Ainu Amakudari Bonsai Budô Bukkyô
Bushidô Chikan Daimyô Depa-chika Eiyô-dorinku
Eki-ben Ema Enka Fugu Furuhon-ya
Futon Gaijin Gêsen Gyûdon Haiku
Hanabi Hanami Hiragana Hyaku-en shoppu Ijime
Ikebana Ikesu Izakaya Jieitai Jihanki
Jimin-tô Jinbei Jûnishi Kamikaze Kanji
Karaoke Katakana Keiba Kenkô-rando Kimono
Kirisutokyô Kokeshi Konbini Kotatsu Madogiwa-zoku
Maki'e Maneki neko Manga kissa Matsuri Miso-shiru
Nihonga Ninja Nomi-hôdai Okô Okonomiyaki
Omiyage Onigiri Onsen Origami Oum
Pachinko Raden Ramen Rônin Sadô
Sake Samurai Sarakin Seifuku Sensu
Sentô Seppuku Shi'atsu Shikki Shinkansen
Shintô Shippô Shishoku Shodô Shôgun
Soba Sôka-gakkai Sumo Tabe-hôdai Tennô
Tenri-kyô Tisshu Tôken Udon Uyoku
Wagashi Washi Washoku-resutoran Yakuyoke Yakuza
Yakyû Yamato Yasukuni-jinja Yatai Zainichi
EINKAUFEN
Furuhon-ya Antiquariat Hier kann man gebrauchte Bücher (Furuhon) günstig erstehen oder auch seine eigenen, ausgelesenen Exemplare verkaufen. Und selbstverständlich gibt es auch Mangas jeglicher Art zu erschwinglichen Preisen. Da die Japaner richtige Leseratten sind, sind die Furuhon-ya in Japan sehr beliebt und gut frequentiert.
Hyaku-en shoppu 100-Yen-Shop Die japanische Version des 1-Euro-Ladens! Doch in Japan sind 100-Yen-Shops meist sogar riesige Geschäfte, in denen es von frischen Lebensmitteln über nützliche Dinge des täglichen Gebrauchs bis hin zu lustigen Spielzeugartikeln und kitschigen Accessoires alles gibt. 100-Yen-Shops sind in Japan sehr verbreitet und die Waren sind für gewöhnlich von erstaunlich guter Qualität. Vorsicht: Es nahezu unmöglich, einen 100-Yen-Shop wieder zu verlassen, ohne etwas gekauft zu haben!
ESSEN & TRINKEN
Depa-chika Delikatessenabteilung im Kaufhaus Beim Besuch eines japanischen Kaufhauses sollte man es auf keinen Fall versäumen, die Delikatessen-Abteilung im Untergeschoss ("Depa-Chika") aufzusuchen. Hier werden Theke an Theke unzählige Spezialitäten aus Japan und der ganzen Welt in ihrer appetitlichsten Form präsentiert. Von französischen Konditorwaren über erlesene Weine bis hin zu edelsten Sushi-Spezialitäten bietet das Depa-Chika alles, was das Feinschmeckerherz begehrt. Neben dem riesigen Angebot an frischen Lebensmitteln gibt es auch Abteilungen, in denen man vor Ort von Spezialitätenköchen zubereitete Speisen fertig kaufen kann.
Eiyô-dorinku Energy Drink Energy-Drinks sind für die Japaner, die von morgens früh bis spät in die Nacht arbeiten, nicht mehr wegzudenken. Die flüssigen Fitmacher kann man inzwischen überall kaufen: in der Apotheke, am Kiosk, im Supermarkt. Auch im Getränkeautomaten findet man neben Saft und Limonade auch jede Menge Sorten von Energy-Drinks für den täglichen Bedarf.
Eki-ben Lunchbox Lunchbox, die an Bahnhöfen (eki) verkauft werden. Sie werden in Pappbehältern verkauft und manche sind sogar als Regionalspezialitäten berühmt.
Fugu Kugelfisch Fugu ist in Japan eine höchst populäre Spezialität, die wohl allein durch die Tatsache, dass die Innereien des Fischs hochgiftig sind, Weltruhm erlangt hat. Der Fugu darf nur von einem lizenzierten Spezialisten zerlegt und zubereitet werden. Dieser entfernt dabei gekonnt und fachgerecht die Innereien, denn das Messer darf die Organe des Kugelfischs auf keinen Fall berühren! Fugu wird meist als Sashimi, also roh und in hauchdünne Tranchen geschnitten, gereicht und - eventuell kurz in heißes Wasser getaucht - verzehrt.
Gyûdon beliebtes Rindfleischgericht In Japan für weniger als 5 Euro richtig satt werden? Geht nicht? Doch! Mit Japans beliebtestem Reisgericht, dem "Gyûdon" (große Schussel Reis mit dünnen, gekochten Rindfleischstreifen). Das aufgrund der großen Portionen und der deftigen Knoblauchnote als "Männeressen" angesehene Gericht gibt es bereits ab umgerechnet 2 Euro.
Ikesu Fischbehälter Kleiner Fischbehälter im Restaurant, wo man sich die Fische oder Garnellen, die man verspeisen will, selbst raussuchen kann. Es ist ein ziemlich teuers Vergnügen, man hat aber die Garantie auf Frische.
Izakaya Japanische Kneipe Ein Izakaya ist eine typisch japanische Kneipe, wo man in ungezwungener Atmosphäre sein Bier oder Sake trinken kann. Dazu kann man kleine Mahlzeiten oder japanische Snacks bestellen, wie zum Beispiel "Yakitori" (knusprig gebratene Hühnchenspieße), "Agedashi-Tôfu" (frittiertes Tôfu) und "Yaki-Onigiri" (mit Sojasoße angebratene Reiskugel). Hier trifft man auf gesellige Runden junger Leute, oder auch japanischer Angestellter, die nach einem langen Arbeitstag gemeinsam ihren Feierabend begießen. Achtung: In Japan ist der Ausschank von Alkohohl an Jugendliche unter 20 Jahren nicht erlaubt!
Jihanki Automaten Getränkeautomaten gibt es zwar auch in Deutschland, wohl aber nicht in dieser extremen Vielfalt! Selbst auf dem Land stehen in Japan an jeder Straßenecke  gleich mehrere Automaten und man hat die Qual der Wahl zwischen Limonaden, Bier, Tee, Kaffee und anderen heißen oder eisgekühlten Getränken. Daneben gibt es auch Automaten für Eiscreme, Zigaretten, Blumen und sogar Reis!
Konbini Convenience Store "Konbini" sind kleine Läden, die es an jeder Straßenecke gibt und die rund um die Uhr geöffnet sind. Dort gibt es alles: vom Rasierer und der Zahnbürste bis hin zum japanischen Imbiss ("Obentô") und Sandwiches. Außerdem kann man seine Fotos entwickeln lassen oder einen Gepäcklieferservice nutzen. Und selbstverständlich gibt es neben allen möglichen japanischen Zeitschriften auch jede Menge Mangas zu kaufen.
Miso-shiru Miso-Suppe Miso wird aus gesalzenen, fermentierten Soyabohnen, Reis und Weizen oder anderem Getreide hergestellt. Es wird in der Fischbrühe (dashi) gerührt. Miso-Suppe wird mit Gemüse serviert und ist für die japanische Küche unverzichtbar.
Nomi-hôdai Restaurant/Bar Restaurant bei dem man für einmaliges Zahlen so viel trinken kann, wie man will.
Okonomiyaki Eierpfannkuchen Okonomiyaki (wörtlich: okonomi = nach Belieben; yaki = backen) ist ein japanischer Eierpfannkuchen, in dessen Teig dünne Streifen aus Fleisch und Weißkohl gegeben werden. Je nach Geschmack fügt man gebratene Nudeln, Meeresfrüchte, Pilze, Gemüse oder Käse usw. hinzu. Okonomiyaki wird mit der speziellen "Okonomiyaki"-Soße (ähnlich Worcester Sauce) und Mayonnaise serviert und am Schluss mit Nori bestreut. Ein einfaches, aber sehr leckeres Gericht!
Onigiri Reiskugel Onigiri ein sehr beliebter Snack, der aus dem japanischen Alltag nicht wegzudenken ist. Die flache, etwa handtellergroße Reiskugel ist meist mit einem kleinen gerösteten Seetangblättchen umwickelt und wohl das Pendant zum deutschen Pausen- oder Butterbrot - ideal für unterwegs und zwischendurch! Onigiri gibt es in zahlreichen Variationen, oft sind dem Reis Gewürze beigemischt und die Reiskugel ist innen mit Thunfisch und Mayonnaise, Lachs, Kaviar oder eingelegten Pflaumen gefüllt. Wer sich sein Onigiri nicht selbst machen will, bekommt es in jedem Supermarkt oder Kiosk ab ca. 1 Euro.
Ramen Nudelsorte Siehe: Soba/Udon/Ramen
Sake Reiswein Sake wird aus gekochtem Reis und Wasser hergestellt und enthaltet ca. 12-18 % Alkohol. Sake kann kalt oder heiß serviert werden und wird oft bei shintoistischen Zeremonien und Feierlichkeiten verwendet.
Shishoku Kostprobe In den Untergeschossen der japanischen Kaufhäuser (Depa-Chika) werden Lebensmittelspezialitäten aus aller Welt angeboten, der Unterschied zu den "Lebensmittel-Abteilungen" deutscher Kaufhäuser aber besteht darin, dass man die kunstvoll dekorierten Auslagen nicht nur bewundern, sondern auch kostenlos probieren kann. Ob frisch gebratener Fisch, eingelegtes Gemüse, Kuchen- oder Gebäckspezialitäten, es darf gekostet werden!
Soba/Udon/Ramen japanische Nudelsorten "Soba"-Nudeln werden aus Buchweizenmehl gemacht und haben ein angenehmes Nussaroma. "Udon" sind weiße, etwas dickere und aus Weizenmehl hergestellte Nudeln. Meist dienen diese sehr langen Nudeln als Einlage für heiße Nudelsuppen ("Ramen"); Soba werden oft auch nur in kalte Sojasoße getaucht gegessen. Ähnlich dem Hotdog-Stand in den USA oder der Würstchenbude in Deutschland gibt es in Japan den Udon- und Soba-Stand (siehe auch Eintrag "Yatai" = Japanischer Imbiss). Da der Japaner es bekanntlich immer eilig hat, dauert es am Udon- und Soba-Imbiss auch nur höchstens 30 Sekunden, bis er die Nudelsuppe seiner Wahl bekommt und er sie dann - in gewohnter, japanischer Manier - schlürfend genießen kann.
Tabe-hôdai Restaurant Restaurant bei dem man für einmaliges Zahlen so viel essen kann, wie man will.
Udon Nudelsorte Siehe: Soba/Udon/Ramen
Wagashi Japanische Süßigkeiten Traditionelle japanische Süßigkeiten sind aus rein natürlichen, pflanzlichen Rohstoffen hergestellt und für den europäischen Geschmack etwas gewöhnungsbeduftig. Sie werden bei der Teezeremonie ebenfalls serviert, da der grüner Pulvertee etwas bitter schmeckt.
Washoku-resutoran Japanisches Restaurant Da in der traditionellen japanischen Küche die Speisen sehr aufwändig und mit Liebe zum Detail zubereitet werden, sind die Gerichte in Washoku-Restaurants immer besonders ästhetisch und oft auch etwas teurer. Mittags werden jedoch auch günstige Menüs angeboten. Ein solches Mittagsmenü (Choshoku-Teishoku) besteht meist aus Reis mit Fleisch oder Fisch und vielen verschiedenen kleinen Beilagen. Dazu gibt es kostenlos eisgekühltes Wasser oder japanischen Tee.
Yatai Imbissbude In Japan erfreuen sich Imbissbuden großer Beliebtheit, da man auf die Schnelle und zudem günstig etwas Warmes, wie zum Beispiel eine Nudelsuppe, essen kann. Viele Japaner genehmigen sich nach einem langen Arbeitstag auf ihrem Nachhauseweg eine Mahlzeit an solchen Garküchen, um sich zu starken oder aufzuwärmen. Anders als in Deutschland verfugen japanische Imbissbuden und -stände für gewöhnlich über Sitzplätze, das Essen im Stehen ("Tachi-gui") ist eher unüblich.
FREIZEIT
Hanabi Feuerwerk Die Feuerwerks erfreuen sich in Japan über eine große Beliebtheit und haben eine lange Geschichte. Die Technik gelangte nach Japan etwa im 16. Jahrhundert aus China. Das erste durch Chroniken bestätigte Feuerwerk fand in Japan im Jahr 1613 statt. In Tokio wird das berühmteste Feuerwerk über dem Sumida Fluß schon seit 1733 veranstaltet.
Hanami Kirschblütenfest Hanami bedeutet wörtlich "Blütenschau" und steht für die Kirschblütenfeste, die in ganz Japan gefeiert werden, wenn im April die Kirschbäume in voller Blüte stehen. Dann wird im Schatten der Bäume gegessen, getrunken und ausgelassen gefeiert. Jedes Jahr entbrennen heiße Kämpfe um die besten Plätze unter dem Blütenmeer, sodass z.B. Firmen oft schon früh morgens ihre jüngsten Mitarbeiter losschicken, um die schönsten Plätze im Park zu sichern.
Karaoke wörtl. "Leeres Orchester" Schon seit Jahren ein populäres Vergnügen in Bars, wo man zu Hintergrundmusik, laufendem Text auf Video und Mikrofon sein Gesang-Talent testen kann. Gesungen wird alles. Von traditionellen japanischen Liedern über bekannte Popsongs bis zu ausländischen Stücken - die Palette ist ziemlich breit. Da jeder dran sein kann, ist die Toleranz und Geduld der Zuhörer beachtlich. Eine intimere Atmosphäre bieten "Karaoke-Box", kleine mit der ganzen Karaoketechnik ausgerüsteten Zimmer, wo man nur im Freundeskreis ungestört von sich das Beste geben kann.
Kenkô-rando Wellness-Haus Kenkô bedeutet "Gesundheit" und diese ist den Japanern bekanntlich heilig. Daher pilgern viele von ihnen am Wochenende in ein so genanntes "Kenkô-Land", was sich mit einer Art Wellness-Tempel oder Spa-Landschaft vergleichen lässt. Ein Kenkô-Land ist meist ein ganzer Komplex mit großzügigen Badelandschaften, Saunen, Massagesalons, Restaurants und Spielplatzen, und ist daher auch bei Familien mit Kindern sehr beliebt. Kenkô-Lands versprechen nicht nur Entspannung im Alltag, sondern werden von Japanern oft auch als Übernachtungsmöglichkeit oder Zwischenstopp auf Rundreisen angesteuert.
Manga kissa Manga-Café Diese Art der Manga-Bibliothek ist der ideale Verweilplatz für Manga-Fans! Hier braucht man nur einen Kaffee zu bestellen und darf dafür so viele Mangas lesen wie man will!
Matsuri Festival Matsuri sind Festivals, entstanden meist aus dem Jahreslauf bäuerlicher Gemeinschaften. Heutzutage sind sie aber auch feste Bestandteile des städtischen Lebens. Mit einem Matsuri sind Tänze, Musik und Leckereien untrennbar. Jede Region, Stadt, jedes Dorf hat sein Matsuri, die in den meisten Fällen im Herbst zu der Erntezeit stattfinden. Hier finden Sie einige Beispiele.
Onsen Heiße Quelle Ein öffentliches Bad, das von einer natürlichen heißen Quelle gespeist wird. In Japan gibt es die Onsen fast überall, da das Land im vulkanisch aktiven Gebiet liegt. Das Baden und somit auch das Onsen spielen in der japanischen Tradition und Kultur eine wichtige Rolle. Für Frauen und Männer gibt es meist getrennte Becken, selten findet man Onsen ohne Trennung der Geschlechter. Bevor man in ein Onsen-Becken eintaucht, wäscht man sich gründlich. Tätowierungen sind in den Onsen verboten.
Sentô Badehaus Selbst wenn man keine Dusche oder Badewanne zu Hause hat (was in Japan aber kaum der Fall sein dürfte), muss man nicht unbedingt schmutzig durchs Leben gehen, da es in Japan überall öffentliche Badehäuser, ("Sentô") gibt. Nachdem man am Eingang Eintritt bezahlt hat, geht man zur Garderobe (normalerweise nach Geschlechtern getrennt), zieht sich aus, schließt seine Sachen im Spind ein und geht baden. Allerdings darf man nicht vergessen, sich vor dem Baden ausgiebig und gründlich zu waschen und zu duschen, aber keine Sorge: vom Schemel bis zum Shampoo ist einem Sentô alles vorhanden. Erst dann darf man sich in das heiße Badebecken setzen und entspannen. Wenn man eine Tätowierung hat, kann es durchaus vorkommen, dass einem die Benutzung des Badehauses verweigert wird.
GESCHICHTE
Bushidô Der Weg des Samurai Ethik des Kriegeradels (von 1192 bis zur Abschaffung der Samuraiklasse 1867). Zu den Grundwerten der Samurai gehörten: Treue gegenüber dem Herrn, Waffentüchtigkeit, Selbstzucht und Todesverachtung.
Daimyô Feudalfürst Feudalfürsten im alten Japan, die über eigene Truppen und Ländereien verfügten. Sie regierten selbstständig und waren anderen Fürsten als Lehensleute meistens nur nominell untergeben. Nach der Übernahme der Macht von der Familie Tokugawa wurde Daimyô ein Titel für Lehensfürsten, die ein bestimmtes (hohes) Einkommen vorweisen konnten.
Kamikaze Wind der Götter Bezeichnung für eine japanische Flieger-Spezialtruppe im 2. Weltkrieg: Todespiloten sollten in den letzten Monaten des 2. Welkrieges noch Wende erzwingen. Der Ursprung des Begriffs geht auf zwei Taifunen (Wind Gottes) zurück, die zwei mongolische Eroberungsversuche Kublai Khans im 13. Jahrhundert scheitern ließen.
Ninja Kundschafter, bezahlte Killer, Geheimagenten Die Ninja beherrschten die Kunst "sich unsichtbar zu machen", so weißt man nicht, wie sie eigentlich aussahen. Im 16. Jh. (Sengoku-Ära) setzten einige Fürsten die Ninja ein, um Konkurenten auszuschalten, feindliches Territorium zu erkunden oder Sabotage zu begehen. Die Ninja waren in der Kampfkunst ausgebildet und nutzten besondere Waffen, charakteristisch war aber vor allem die perfekte Beherrschung der Kunst der Täuschung und Tarnung.
Rônin Herrenloser Samurai Samurai, die während der Kriege im 16. Jh (Sengoku-Ära) und auch im 19. Jh durch das Land zogen und ihre Waffendienste den lokalen Fürsten als Söldner anboten. Als Rônin werden auch Schüler bezeichnet, die sich sehr lange auf Universitätsaufnahmeprüfungen vorbereiten.
Samurai Krieger (wörtl. Diener) Eine Bezeichnung für den japanischen schwerttragenden Adel (Krieger- und Ritterfamilien). Das Wort Samurai ist auf die Begriffe "Dienen" und "Aufwarten" zurückzuführen. Die Samurai bezogen als Sold Reis, was sie bei den Kaufleuten gegen notwendige Waren eintauschten, da die Nebeneinkünfte verboten waren.
Seppuku Selbstmord Ritueller Selbstmord durch Bauchaufschlitzen. Die andere Lesung der Schriftzeichnen (umgekehrte Reihenfolge) ist "harakiri" und gehört zum umgansprachlichen Gebrauch. Seppuku verbreitete sich seit etwa Mitte des 12. Jhs und wurde offiziell 1868 verboten. Durch Seppuku konnte ein Samurai, der wegen Pflichtverletzung sein Gesicht verlor, die Ehre der Familie wiederherstellen.
Shôgun Oberbefehlshaber Ursprünglich war Shôgun ein rein militärischer Amtstitel für Befehlshaber, die im 8. Jh. Feldzüge gegen die Ainu führten. "Sei-i-tai shôgun" bedeutete wörtlich "Großer Feldherr zur Unterwerfung der Barbaren". Im 12. Jh. wurde der Titel vom Tennô als besondere Ehrung an die Familienmitglieder des Clans Minamoto vergeben. Seit dem 17. Jh. trugen den Titel die Tokugawa. Bis 1868 übten die Shôguns die tatsächliche politische und militärische Macht aus, die Kaiser spielten zu dieser Zeit keine politische Rolle.
Yamato "Großer Frieden" Name des ersten japanischen Zentralstaats (3./4. Jh.): Land des großen Friedens/ großer Harmonie. Der sog. "Yamato-Geist" wurde im Ultranationalismus (1937-45) immer wieder beschworen, um Todesverachtung und Opferbereitschaft für den Kaiser anzustacheln.
GESELLSCHAFT & TRADITION
Ema Wunschtaffel aus Holz Wenn Japaner einen Schrein besuchen, schreiben sie ihren Wunsch auf eine kleine Holzplatte, die "Ema" heißt. Dann binden sie diese an einen Zweig eines Baums an dem Schrein. Das soll zur Erfüllung ihres Wunsches beitragen.
Gaijin Ausländer In Japan werden Ausländer "Gaijin" genannt, was wortlich "Mensch von auswärts" oder "Mensch von draußen" bedeutet. Allerdings hat dieser Begriff einen etwas unhöfflichen "Touch". Die bessere und höfflichere Variante lautet Gaikokujin - "Mensch von einem anderen Land". (vergl. Zainichi)
Ijime Schulische Gewalt Bezeichnung für die psychische und physische Gewalt unter den Schülern an japanischen Schulen, was häufig zu Schülerselbstmorden führt.
Jûnishi japanischer Kalender Jûnishi ist der shintoistische Kalender in Japan, der aus China kam. Gleich dem europäischen Kalender wird auch in Japan das Jahr in 12 Monate unterteilt. Der Junishi indes bestimmt ein zyklisches System, das insgesamt 12 Jahre umfasst. Jedes Jahr hat einen Namen ähnlich den Tierkreiszeichen im europäischen Horoskopkalender: Maus, Kuh, Tiger, Hase, Drache und so weiter.
Kimono Kimono Dieses traditionelle japanische Kleidungsstück nahm die heutige Form in der Heian-Zeit (794-1192) an. Der Kimono ist zweidimensional, er wird aus einer einzigen Stoffbahn zugeschnitten. Er ist nicht maßgefertigt, sondern wird immer durch Raffen und Zusammenziehen der Größe der Trägerin angepasst und dann mit einer Schärpe (Obi) gebunden. Männer tragen schlichte, oft schwarze Kimonos, Frauen dagegen prächtig gemusterte - je nach Jahreszeit. Da das Material meist Seide ist, kann ein Kimono sehr teuer werden. Es gibt aber auch preiswertere Varianten aus Baumwollstoffen.
Origami Papierfaltkunst Alle Kinder lernen Origami im Kunstunterricht schon in der Schule, wobei sie Geschicktheit und Ordentlichkeit dabei lernen. Wenn das Papier schief gefaltet wird, wird das Werk nicht schön. Dann könnte der Kranich am Ende eine Gans werden.
Seifuku Uniform Die meisten Schulen in Japan schreiben das Tragen der schuleigenen Uniform vor. Es gibt sogar Kindergärten, in denen die Kinder eine Uniform tragen müssen. Universitäten mit Uniformpflicht sind eher die Ausnahme, aber bis zum Abitur besuchen Japans Schüler ihren Unterricht in einheitlicher Kleidung. Das Tragen einer Schuluniform ist an strenge Regeln gekoppelt, so ist beispielsweise genau vorgeschrieben, wie die Krawatte gebunden werden muss oder wie lang ein Rock oder eine Hose sein darf. Um sich gegen die strenge Kleiderordnung aufzulehnen, haben die japanischen Schüler sich so einiges einfallen lassen: Noch bis vor kurzem waren die so genannten "Loose-Socks" (schlabberiger Stulpen und Kniestrumpf in einem) bei Schülerinnen große Mode, um gegen die Pflicht, ganz altmodisch Kniestrümpfe tragen zu müssen, zu rebellieren. Aber auch Bank-, Post- und Bahnangestellte tragen in Japan Uniformen und sogar die Angestellten in Kaufhäusern oder im Empfangsbereich großer Firmen sind einheitlich gekleidet.
Shi'atsu Massage Die japanische Massage, die ursprünglich aus China kam und sich auf die eigene Weise in Japan entwickelte. Die Massage wirkt nicht nur auf Muskeln und Knochen, sondern auch die inneren Organe. Es soll einige tausende Punkte am Körper geben, die mit den verschiedenen Organen verbunden sind. Der Masseur druckt nach der Krankheit des Patienten die bestimmten Punkte und fördert dadurch die Selbstheilkraft des Menschen.
Washi Japanisches Papier Das japanische traditionelle Papier, das auf natürliche Weise bunt bemalt und oft gefärbt ist. Das Papier verwendet man sowohl für die Verpackung eines Geschenks, als auch zur Dekorierung des Hauses. Das dünne halbdurchsichtige Papier spielt eine große Rolle, um die originelle japanische Kultur zu gestalten.
Yakuyoke Talisman "Yakuyoke" heißt auf Japanisch "Schutz vor Unglück". Im Schintoismus glauben Japaner, dass es überall Unglück gibt. Deshalb betet man zu Gott um Unglücksvertreibung bei jedem Anfang einer Sache, wie z.B. beim Beginn des Haus-, oder Brückenbaus, am ersten Tag eines Jahres...usw. Für den ständigen Schutz vor Unglück hat man einen Talisman dabei.
Zainichi Ausländer Der Begriff Zainichi ("in Japan ansassig") umfasst theoretisch alle in Japan lebenden Ausländer, ganz gleich welcher Nationalität, aber wenn Japaner das Wort benutzen, meinen sie in erster Linie die in Japan lebenden Koreaner und Chinesen, von welchen die meisten zu Beginn des 20. Jahrhunderts und während des zweiten Weltkriegs als Zwangsarbeiter nach Japan verschleppt wurden und nach Kriegsende in Japan geblieben sind. Viele von ihnen leben inzwischen in der dritten Generation in Japan, trotzdem gibt es bis heute zahlreiche Fälle von Diskriminierung im Alltag und ihre Integration stellt nach wie vor ein großes gesellschaftliches Problem in Japan dar.
KUNST
Bonsai Zwergbaum Viele alte Leute züchten Bonsai zu Hause. Aus der Liebe zur Natur und auch zur Kunst entwickelte sich Bonsai in Japan. Bei der Bonsaizucht muss man besonders auf den Wachstumsprozess achten, damit der Baum in der entsprechender Größe, auch in der schonen künstlerischen Form bleibt.
Ikebana Blumensteckkunst Die traditionelle Kunst des Blumensteckens der geschnittenen Blumen hat im 16.Jahrhundert angefangen, sich zu verbreiten. Am Anfang war die Kunst sehr schlicht gewesen, aber nach und nach wurde sie theoretisiert. Es entwickelten sich viele verschiedene Schulen, wie Ikenobo-Schule, Mischo-Schule usw.
Maki'e Lackmalerei Die Lackmalerei, mit denen japanische Lackwaren versehen sind. Zuerst zeichnet man mit Lack das Muster oder den Entwurf auf Lackwaren. Danach wird alles mit Goldpulver bestreut, anschließend fixiert. Das gibt den Malereien einen eleganten Ausdruck.
Nihonga Japanische Malerei In der traditionellen japanischen Malerei gibt es verschiedene Strömungen und Stile. In der Suibokuga (15. Jh) wurde mit schwarzer Tinte gearbeitet. In der Kano-Malschule (16. Jh) wurde dagegen mit kräftigen Farben gearbeitet. Als Medien werden horizontale und vertikale Rollbilder, falltbare Stellschirme, Schiebetüren, Fächer genutzt. Zu den beliebtesten Motiven gehören Landschaften, Szenen aus dem Hofleben, Bilder von Kabuki-Theater, Bilder von schönen Frauen.
Raden Perlmutt Das Perlmutt, mit dem japanische Lackwaren, wie Kästen und Schüsseln, versehen sind, ist "Raden". Klein geschnittenes Perlmutt setzt man auf Lackkästen oder Lackschusseln als Muster an. Dann wird dem matten Schein des Perlmutts der dunkelrote oder schwarze Schein der Lackwaren aufgesetzt. Der nicht sehr klare Kontrast zwischen Licht und Schatten ist typisch für die japanische Kunst.
Sadô Teezeremonie Im 16.Jahrhundert wurde "Sadô" von Rikyu Sen vollendet. Die Manieren von "Sadô" beruhen auf den Manieren der Samurai und dem im vierzehnten Jahrhundert vollendeten Theater "No". Besonders wird bei "Sadô" Rücksicht sowohl auf die anderen Gäste, als auch auf das Zubehör (Teeschale), das man bei Sadô verwendet, gelegt.
Shippô Cloisonné "Shippô" wurde im 16.Jahrhundert aus Korea eingeführt. "Shippô" ist eine Art von Dekoration. Diese besteht aus bunten Formen wie Blumen, Vögeln oder Menschen, die mit einer Glasur aus Emaille auf Metal, Silber-, Keramik- oder Glaswaren aufgebrannt werden. "Shippô" bedeutet auf Japanisch "Sieben Schätze".
Shodô Kalligraphie Bei der japanischen Kalligraphie schreibt man mit Pinsel und japanischer Tinte, die "Sumi" heißt. Da im Japanischen ein Wort eine Bedeutung hat, jedes Wort eine bildende Wirkung hat, soll sich die Kalligraphie in Japan zu einer bildenden Kunst entwickelt haben.
POLITIK
Ainu Ainu-Minderheit Die Ainu sind eine auf Hokkaidô lebende sprachliche und rassische Minderheit. Ihre Herkunft ist nicht geklärt, allerdings sind kulturelle Verbindungen mit Völkern in Altrussland (Finno-Ugrier) und eurasischen Jägerkulturen festgestellt worden. Die Ainu wurden im 19. Jahrhundert infolge der Hokkaidô-Erschließung regelrecht zurückgedrängt. Heutzutage gibt es noch kaum "reine" Ainu, was auch auf die starke Vermischung mit den ethnischen Japanern zurückzuführen ist.
Jieitai Selbsverteidigungskräfte Es gibt in Japan keine Wehrpflicht. Um die Verteidigung kümmern sich die Selbstverteidigungsstreitkräfte, eine Berufsarmee. In der japanischen Verfassung steht, dass die Selbstverteidigungsstreitkräfte nur im Fall eines Angriffs durch Drittstaaten eingesetzt werden dürfen. Diese Bestimmung wird nun seit einiger Zeit bestritten. Denn die Weltpolitik (spricht die USA) verlangt von Japan mehr Engagement für die Weltsicherheit.
Jimin-tô Die Liberal-Demokratische Partei Japans Die LDP wurde 1955 aus dem Zusammenschluß verschiedener bürgerlicher Parteien aus der Vorkriegszeit gegründet. Seitdem regiert sie fast ununterbrochen (Ausnahme: 1993). Ihre Hochburgen hat die LDP traditionell unter bäuerlichen Wählern. Mehr dazu hier.
Tennô Der himmlischer Herrscher, der japanische Kaiser Die japanische Verfassung betrachtet den Tennô, den japanischen Kaiser, als das Symbol des Staates. Er übt keine politische Macht aus. Im Verlauf der Geschichte war das auch selten der Fall. Im Zeitalter des japanischen Militarismus wurde dem Kaiser eine Sonderrolle, eine Gottheitsrolle, zugeschrieben, um das Volk um ihn zu konsolidieren und dadurch japanische imperialistische Politik voranzutreiben. Mehr dazu hier.
Uyoku Rechtsradikale Die Ultrarechten in Japan verehren den Tennô immer noch als den "Himmlischen Herrscher" wie zu den Zeiten des Zweiten Weltkrieges. Man erkennt sie an ihrer sonderen Aktivität: sie geistern in Autos durch die Stadt und brüllen ihre Kampflieder und rechtsradikale Parolen durch Lautsprecher, die glücklicherweise von kaum jemanden auf der Straße wahrgenommen werden.
Yasukuni Jinja wörtl. Schrein des friedlichen Landes Ein schintoistischer Schrein. Hier werden die Kriegsgefallenen verehrt, die ihr Leben im Kampf für den Kaiser ließen. Da sich darunter auch Kriegsverbrecher vom Zweiten Weltkrieg befinden, ruft ein Schreinbesuch vom amtierenden Prämierminister, der eigentlich zur Tradition gehört, sowohl im Inland als auch im benachbarten Ausland heftige Proteste hervor.
REISEN
Shinkansen Superexpress Die erste Shinkansen-Strecke wurde 1964 in Betrieb genommen (von Tokio nach Osaka) und war weltweit die erste. Die Hochgeschwidigkeitszüge gehören zu den sichersten Fortbewegungsmittel überhaupt. Seit der Inbetriebnahme gab es bisher keine ernsthafte Unfälle. Der Shinkansen zeichnet sich durch eine hoche Reisegeschwindigkeit (Durchschnitt: 206 Km/h) auf einem vom Nah- und Güterverkehr komplett getrennten Schienennetz aus.
RELIGION
Bukkyô Buddhismus Die Religion kam nach Japan durch China, Korea im 6. Jahrhundert. Zwei Drittel der Japaner sind buddhistisch. Es gibt viele verschiedene Schulen wie die Jodo-shin-Schule oder die Nichiren-Schule, von denen jede eine eigene Definition des Buddhismus hat. Trotz der unterschiedlichen Einstellungen ist das Ziel der Religion bei verschiedenen Schulen die Erleuchtung. (mehr)
Kirisutokyô Christentum In Japan leben ungefähr achtzigtausend Christen. Das Christentum kam nach Japan im 16. Jahrhundert. Trotz der Verfolgung vom 17. bis zum 19.Jahrhundert hat sich das Christentum heimlich verbreitet. Die Christen haben im 20.Jahrhundert dazu beigetragen, westliche Kultur, Technik in Japan einzuführen.
Oum Oum-Sekte Die berühmteste Sekte in Japan, die eines der größten Attentate verübt hat. Beim Saringasanschlag im Jahre 1995 gab es 5.000 Verletzte und 12 Tote. Mehr als 50 Mitglieder wurden festgenommen. Diese Gruppe bestand aus vielen Intellektuellen, die ein großes Vermögen besaßen. Ihre Ideologie war, die Ausgewählten (die Mitglieder) vor dem Armageddon (Weltuntergang) zu retten.
Shintô Schintoismus Shintô ist eine Natur-Religion in Japan. Im Schintoismus gibt es unzählige Götter. Denn sowohl die natürlichen Objekte als auch die natürlichen Erscheinungen gelten als Götter. Es gibt keine Religionsführer, keine Lehre. Die Religion ist nicht theoretisiert. (mehr)
Sôka-gakkai Sôka Gakkai Eine der größten Religionsorganisationen in Japan. Die buddhistische Sôka Gakkai (Gesellschaft zur Schaffung von Werten) wurde 1930 gegründet. Sie hat ihre eigene politische Partei (Komeitô), Universitäten und Erziehungsinstitute. Sie knüpft an Nichirens religiösen Nationalismus an und will den Buddhismus zur Staatsreligion erheben. Sie zählt ca. 4 Mio. Anhänger. (mehr)
Tenri-kyô Tenri-Lehre Tenri-kyo wurde 1838 von Nakayama Miki nach einer göttlichen Offenbarung gegründet. In ihrer Lehre finden sich bekannte Motive aus Shintô und Buddhismus wieder, allgemein wird Tenri-kyo allerdings zu den Shintô-artigen Neuen Religionen gezählt. Um das Zentrum der Sekte, ein riesiges Holzbauwerk im Stil buddhistischer Tempel, unweit von Nara ist mittlerweile die Stadt Tenri entstanden, die u.a. auch über eine eigene Universität verfügt.
SONSTIGES
Chikan Grabscher "Chikan" werden in Japan die Männer genannt, die das Gedränge in Bussen und U-Bahnen zur Rushhour schamlos ausnutzen und weibliche Fahrgäste betatschen. Das Phänomen der heimlichen Grabscher ist inzwischen schon so ausgeprägt, dass einige Zuggesellschaften als vorbeugende Maßnahme nun spezielle Waggons nur für Frauen eingesetzt haben. Sollte es einmal zu einem Übergriff kommen, reicht meist der laute Ausruf "Chikan!". Zudem wird geraten, den Triebtäter sofort anzuzeigen (in jedem Bahnhof gibt es einen "Koban"-Polizeiposten).
Kotatsu Beheizter Tisch Ein niedriger Tisch mit einem (heutzutage meist) elektrischen Heizung. Im Winter sitzt man auf gepolsterten Kissen, die Seiten des Tisches sind mit abgesteppten Decken verhängt. Da der Kotatsu im Winter oft die Hauptwärmequelle in der Wohnung ist, versammeln sich die Familienmitglieder gerne darum. So spielt der Kotatsu auch eine wichtige Rolle als "Kommunikationszentrum".
Tisshu Tissue An jeder Straßenecke sieht man sie: die fleißigen Tissue-Verteiler. Die kleinen bunten Päckchen mit Taschentüchern werden von Firmen, Nachtclubs oder teuren Telefon-Hotlines zu Werbezwecken verteilt, was eigentlich sehr praktisch ist, denn wer vergisst nicht schon mal seine Taschentücher zu Hause? Doch nicht selten ist es auch zu viel des Guten, sodass man nach einem Gang durch die Stadt mit mehr als zehn Tissue-Päckchen in der Tasche nach Hause kommt. Da in den letzten Jahren diese massiven Werbeaktionen dazu geführt haben, dass viele Passanten inzwischen die Annahme der Taschentücher verweigern, sind manche Firmen dazu übergegangen, ihre Werbebotschaften auf nützliche Dinge wie Fächer, Schnellhefter oder Kugelschreiben zu drucken und diese dann zu verteilen.
Yakuza Japanische Mafia Der Ursprung des Namen Yakuza ist in einem alten Glückspiel zu finden: Ya (acht), Ku (neun) und Za (drei) sind die schlechtesten Augen in dem Glückspiel gewesen. In der Edo-Zeit (1603-1868) haben sich organisierte Glückspieler-Gruppen gebildet, um den Tagenlöhnern ihre mühsam erarbeitete Löhne abzuzocken. Merkmale der Yakuza sind Ganzkörpertätowierungen und ein fehlender kleiner Finger (als Bestrafung für Verletzung des Ehrenkodex). Die Haupteinnahmequellen der Yakuza sind Drogenhandel, Glückspiel, Schutzgelderpressung, Gewalt gegen Unternhemen etc. Inzwischen hat sie sich auf großangelegte Wirtschaftskriminalität spezialisiert und international geworden: Betätigungsfelder nach Südostasien und in die USA ausgeweitet.
SOUVENIRS
Jinbei Sommer-Kimono Jinbei, japanische Sommerkleidung für Herren, ist eine leichte Kurzkimono-Hosen-Kombination. Als Hauskleid oder Pyjama zu benutzen.
Kokeshi Holzpuppe Kokeshi ist eine japanische Holzpuppe. Die Figur ist einfach und schlicht in der Form, aber niedlich wie ein kleines Kind.
Maneki-neko Glückskatze Eine herbeiwinkende Katzenfigur als Glücksbringer für Geschäftsleute. Eine allgemein sehr beliebte Figur.
Okô Weihrauch Eigentlich benutzt man in Japan Weihrauch beim Beten für die Vorfahren. Aber vor kurzem ist der Weihrauch als Mittel zur Entspannung unter jungen Frauen beliebt geworden. Es gibt verschiedene Düfte (beispielsweise verschiedene Blumen-, Baumarten und Früchte).
Omiyage Mitbringsel Mitbringsel von der Reise. Oft sind das Lebensmittel wie Süßigkeiten (Kekse, Reiscracker). An beliebten Reisezielen werden die Omiyage in verschiedensten Variationen angeboten. Von den Daheimgebliebenen wird so ein Mitbringsel auch erwartet.
Sensu Fächer Der japanische Fächer hat eine enge Beziehung mit der japanischen traditionalen Kunst (Tanz, Tee-Zeremonie, Theater). Auf den Fächern werden verschiedene japanische Muster gemalt oder gezeichnet.
Shikki Lackwaren Hölzernes Geschirr sowie verschiedene Kästchen oder sogar Möbel werden auf traditionelle Weise lackiert. In den alten Zeiten waren Lackwaren als Luxusartikel für Königs- und Adelsfamilien gedacht.
SPORT
Budô Kampfsport Schule des Kampfsports. Zu Budô gehören Judô, Kendô, Karate, Aikidô etc. Das Ziel von Budô ist nicht nur den Gegner zu besiegen, sondern dass man sich sowohl physisch als auch mental trainiert. Budô entwickelte sich in der Samurai-Zeit.
Sumo Sumo Eine der berühmtesten Kampfsportarten in Japan. Zwei dicke, kaum begleitete Kolosse kämpfen gegeneinander auf einem runden Sandteil, der von einem Seil umringt ist. Der Sport ist ungefähr 1300 Jahre alt. Man sieht in bestimmten Gegenden in Tokio, etwa in Ryougoku, die Sumo-Ringer auf den Straßen in ihrer traditionellen Kleidung mit ihren kunstvollen Frisuren direkt vor den eigenen Augen vorübergehen. Einige ausländische Sumo-Ringer haben auch große sportliche Leistungen vollbracht wie Konishiki, Akebono aus Hawai, Asashoryu aus der Mongolei, die es bis zum "Yokozuna" gebracht haben.
Yakyû Baseball Baseball, gefolgt vom Fusball, ist der populärste Sport in Japan. Es gibt 12 professionelle Mannschaften, die von verschiedenen Unternehmen gesponsert werden. Wenn eine von einem Kaufhaus gesponserte Mannschaft Meister wird, können die Kunden mit vielen Sonderangeboten rechnen.
SPRACHE
Haiku Versdichtung Haiku ist eine japanische Dichtungart. Ein Haiku besteht aus einem Vers zu drei Wortgruppen (5-7-5 japanischen Lautsilben). Im Haiku werden meistens Szenen aus der Natur beschrieben.
Hiragana Silbenalphabet Ein von drei japanischen Schriften (neben Kanji und Katakana), sog. Kana. Das Hiragana-Alphabet besteht aus einem Satz von ehemals 50 Zeichen, von denen noch 45 regulär im Gebrauch sind, ein weiteres kam später dazu. Zusätzlich gibt es zwei diakritische Zeichen oder Kreis, die eine Silbe in eine andere verwandeln, beispw. ein stimmloser Konsonant wird in einen stimmhaften gewandelt ("h" in "b"). Die Hiragana-Zeichen werden meistens für grammatische Formenbezeichnungen verwendet. Die Kinder lernen Hiragana spätenstens in der Grundschule, obwohl die meisten damit schon im Kindergarten anfangen.
Kanji Chinesische Schriftzeichen Im 3.-5. Jahrhundert aus China importierte Schriftzeichen. Sie werden im Unterschied zum Chinesischen meist zur Bezeichnung von Nomen und bedeutungstragenden Elementen in Verbkonstruktionen verwendet. Bei Substantiven gibt es meist Zusammensetzungen von mehreren Zeichen, bei Verben entweder als Einzelkanji oder zusammengesetzt mit dem Verb "machen" (suru). Kanji können japanisch (kun-yomi) oder chinesisch (on-yomi) gelesen werden.
Katakana Silbenalphabet Ein von drei japanischen Schriften (neben Kanji und Hiragana), sog. Kana. Das Katakana-Alphabet besteht aus einem Satz von ehemals 50 Zeichen, von denen noch 45 regulär im Gebrauch sind, ein weiteres kam später dazu. Zusätzlich gibt es zwei diakritische Zeichen oder Kreis, die eine Silbe in eine andere verwandeln, bespw. ein stimmloser Konsonant wird in einen stimmhaften gewandelt ("h" in "b"). Die Katakana-Zeichen werden meistens für Fremdwörter und ausländische Namen verwendet. Die Kinder lernen Katakana zusammen mit Hiragana spätenstens in der Grundschule, obwohl die meisten damit schon im Kindergarten anfangen.
UNTERHALTUNG
Enka Populärmusik Enka war die Populärmusik Japans vor dem zweiten Weltkrieg und genießt heute eine Popularität ähnlich der der Volksmusik in Deutschland. Enka-Klänge sind geprägt von einer eigenartigen Mischung aus vibratoreichem japanischen Gesang und westlichen Instrumenten, wobei der Gesang sehr melancholisch anmutet und meist von verlorener Liebe, Heimweh oder seelischem Schmerz handelt. Viele Enka-Sänger treten im Kimono auf. Bei der jüngeren Generation ist dieses Musikgenre eher weniger beliebt, dennoch verdanken sie eines ihrer liebsten Hobbys, das Karaoke, der Enka-Musik, denn mit Einführung zahlreicher Enka-Wettbewerbe konnten auch Laien ihr Können am Mikrofon unter Beweis stellen. Später gab es entsprechende Wettbewerbe auch für moderne Pop-Musik, und um jederzeit unter "Wettbewerbsbedingungen" singen zu können, wurde das Karaoke eingeführt. Zuweilen kann man in Karaoke-Bars auch heute noch Enka-Klänge vernehmen.
Gêsen Game Center "Gê-sen" ist die gesprochene Abkürzung von "Game Center", die sich in Japan als riesige, hell erleuchtete Vergnügungshallen mit unzähligen Videospielen und Spielautomaten aller Art präsentieren. Hier waren die Anfänge der japanischen Videospiele, die man heutzutage durch Namen wie Sega oder Nintendo auf der ganzen Welt kennt und spielt. Da inzwischen Videospiele durch die "Playstation" und dergleichen Einzug in die Kinderzimmer gehalten haben, haben japanische Game Center etwas an Beliebtheit eingebüßt, aber die "Gê-sen" lassen nichts unversucht, um ihre Kunden zu halten. Ständig gibt es neue Spiele, so zum Beispiel virtuelle Animations- und Simulationsspiele, die einem Spieler vom Sambatanzen bis hin zu rasanten Autofahrten so einiges abverlangen.
Keiba Pferderennen Keiba sind Pferderennen, bei denen es um sehr viel Geld geht. Viele Japaner verbringen das Wochenende auf der Rennbahn, um ihr Geld auf ihre Favoriten zu setzen und sie anzufeuern. Keiba ist, anders als in Deutschland, kein gesellschaftliches Ereignis nur für die "Schönen und Reichen", sondern eher ein Volkssport. Es gibt - extra für Wettfanatiker - sogar entsprechende Zeitungen, Nachrichten, Fernsehkanäle, etc. Und dann sind da auch noch die Keiba-Werbespots im Fernsehen, in denen die populärsten Schauspieler und Fernsehstars lächelnd "Willkommen bei Keiba" in die Kamera sagen, als kündigten sie mit Keiba ein großes kulturelles Ereignis an. Dabei ist Keiba nach wie vor lediglich ein Glücks- und Wettspiel.
Pachinko Glücksspiel Pachinko ist ein Glücksspiel, das seinen Namen wohl dem Geräusch verdankt, das die kleinen Metallkugeln machen, wenn sie durch den Pachinko-Automaten flitzen, um gleich darauf wieder in einem Loch zu verschwinden. Pachinko ist vergleichbar mit dem deutschen Flipperspiel, nur dass Pachinko-Automaten aufrecht stehen und man als Spieler kaum Einfluss auf das Spiel hat - man kontrolliert lediglich die Geschwindigkeit, mit der die vielen kleinen Kugelchen in die Maschine geschleudert werden. Wenn man Glück hat, gibt es am Ende ein paar Kügelchen, die nicht wieder im Automaten verschwinden, sondern in eine Schale unter dem Automaten fallen. Diese können dann gegen Waren oder Geld eingetauscht werden. Pachinko-Hallen sind für gewöhnlich mit mehr als 50 Automaten bestückt und von weitem an der opulenten, blinkenden Leuchtreklame zu erkennen. In Japan gibt es sogar Pachinko-Spieler, die sich ihr Hobby zum Beruf gemacht haben, die so genannten Pachi-Pro's (Pachinko-Profis): sie verdienen ihrem Lebensunterhalt mit dem Glücksspiel und verbringen so den ganzen Tag in den von Zigarettenrauch verqualmten Hallen im tosenden Lärm der Pachinko-Kugeln.
Tôken Hundekampf In Japan sind Wetten seit jeher ein beliebter Zeitvertreib. Bis Ende des 19. Jahrhunderts wurden in Japan noch regelmäßig Tôken (Hundekämpfe) veranstaltet. Heutzutage finden kaum noch Hundekämpfe statt, sehr zur Freude der Tierschutzer, denn den Zuschauern würde sich wohl ein grausames und brutales Schauspiel bieten. Tôken ist wahrscheinlich der Ursprung von Keiba (Pferderennen; siehe auch Eintrag "Keiba"), ein heutzutage sehr beliebtes Hobby in Japan.
WIRTSCHAFT
Amakudari "Vom Himmel herabsteigen" Die Himmelsunterbringung. Einer der wichtigsten Faktoren für die Rezession in Japan. "Amakudari" heißt, dass viele hohe Bürokraten nach dem Verlassen ihres Amtes auf einem hohen Posten bei einem Privat- oder Halbprivatunternehmen fast automatisch untergebracht werden. Die Folge ist, dass die Politik mit den Unternehmen zu sehr ineinander verwachsen. Unnötige finanzielle Unterstützung wird nur bestimmten, oft leistungsunfähigen Unternehmen, gegeben.
Madogiwa-zoku Fenstergucker Ein ausrangierter Mitarbeiter, der nichts mehr zu tun hat, als aus dem Fester zu gucken. Traditionsbedingt kann er wegen Kündigungsschutz nicht entlassen werden, was zu einer Art von innerbetriebliche Arbeitslosigkeit führt.
Sarakin Kredithai Ein "Sarakin"-Unternehmer gewährt Menschen einen Kredit mit sehr hohen Zinsen. Wer nicht zurückzahlen kann, gerät in Schwierigkeiten. Die ständige Bedrohung und die Schikanen durch Yakuza, sind die Folgen. Der einzige Weg zur Befreiung soll der Selbstmord sein.
WOHNEN
Futon Bettzeug Gefüllte Unter- und Oberdecken, die als Schlafgelegenheit auf Tatami-Böden ausgerollt und tagsüber wieder in Wandschränken verstaut werden.
 
   
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