Die Unterscheidung von Schreinen und Tempeln bezieht sich auf die beiden verschiedenen Hauptreligionen in Japan: Die ur-japanische Naturreligion, der Shintoismus (Shintô), nach deren Legenden der Japanische Kaiser (Tennô) ein direkter Nachkomme der Sonnengöttin Amaterasu ist, und der aus China im 6. Jh. eingeführte Buddhismus (Bukkyô).
Shintô- Schreine (Jingû bzw. Jinja) lassen sich vor allem durch das Torii, ein hölzernes Eingangstor, das aus zwei Grundpfeilern und zwei Querbalken besteht und oftmals rotlakiert ist, von buddhistischen Bauwerken unterscheiden. Im Eingangsbereich steht auch ein Wasserbecken mit fließendem Wasser zur rituellen Reinigung von Händen und Mund bei Eintritt in das Schreingelände bereit. Heilige Bäume oder Felsen werden mit einem Strohseil (Shimenawa) gekennzeichnet. Shintô-Priester sind stets mit einer Amtsrobe bekleidet, die auf die Adelstracht der Heian-Zeit zurückgeht.
Während der meisten Epochen der japanischen Religionsgeschichte herrschte zwischen Buddhismus und Shintô jedoch keine klare Trennung. Vor allem innerhalb der einflussreichen buddhistischen Richtungen Tendai und Shingon wurden Shintô -Gottheiten (Kami) als Inkarnationen oder Manifestationen von Buddhas und Bodhisattvas aufgefasst. Die meisten Shintô -Schreine hatten nicht einmal eigene Shintô -Priester, sondern wurden von buddhistischen Mönchen betreut. Nur ganz große shintoistische Institutionen, wie der Ise- Schrein, wurden von erblichen Priester-Dynastien geführt, die ursprünglich dem kaiserlichen Hof, später aber ebenso einem buddhistischen Tempel unterstellt waren.
 

Ise -Schrein

Der Ise-Schrein (jap. Ise Jingu), das höchste shintoistische Heiligtum Japans, besteht aus dem Inneren Schrein (Naiku), der der Sonnengöttin Amaterasu geweiht ist, der Ahnherrin des japanischen Kaiserhauses, und dem Äußeren Schrein (Gekû). Die Schreine, in denen auch die Japanischen Reichsinsignien aufbewahrt werden, sind Holzbauten und werden alle 20 Jahre abgebrannt und im gleichen Stil wieder neu erbaut. Der nächste Neubau steht im Jahr 2013 an.

 

Yasaka -Schrein

Der Yasaka-Schrein (jap. Yasaka Jinja) im Gion-Distrikt von Kyôto wurde im Jahre 656 erbaut und ist neben seiner Funktion als Gastgeber des Gion Matsuri ein äußerst beliebter Schauplatz des traditionellen Hanami (Kirschblütenschau).

 

Tôshôgu-Schrein - Nikkô

Die prächtigste Schreinanlage aus der Edo-Zeit ist ein Mausoleum des ersten Tokugawa Shoguns Tokugawa Ieyasu. Für die sonst eher sehr schlicht gehalten Schreine ist der Tôshôgu-Schrein von Nikkô mit seinen reichen Verzierungen und Schnitzereien ein eher sehr untypisches Beispiel. Bekannt sind vor allem die drei Affen von Nikkô, die nichts (Böses) sehen, nichts (Böses) hören, nichts (Böses) reden.

 

Mikoshi

Ein Mikoshi (wörtlich: Göttersänfte) ist ein tragbarer Shintô -Schrein, in denen die Gottheiten (Kami) reisen. Er hat ein geschwungenes, reich verziertes Dach und wird bei Matsuri, japanischen Volksfesten, von jungen Männern und Frauen mit Hilfe von zwei waagerechten Tragbalken mit lauten, rhythmischen Rufen durch die Straßen getragen.

 

Eihei-ji

Eihei-ji (von jap. " ei " = ewig, " hei " = Frieden und " ji " = Tempel, Tempel des ewigen Friedens) ist eines der beiden Hauptklöster in der Linie des Sôtô - Zen- Buddhismus .

 

Kinkaku-ji

Kinkaku-ji (wörtlich: Goldener Pavillon-Tempel), ein buddhistischer Tempel im Nordwesten von Kyôto hat eigentlich den Namen Rokuon-ji (Rehgarten-Tempel). "kinkaku" bezeichnet lediglich den bekanntesten Pavillon des Tempels, dessen gesamte Fassade mit Blattgold überzogen ist.

 

Kiyomizu-dera

Kiyomizu-dera (Tempel des reinen Wassers), ein buddhistischer Tempel in Ost-Kyôto, erhielt seinen Namen von einem Wasserfall (Otowa-no-taki) innerhalb des Tempelareals, von dessen Wasser gesagt wird, es besitze heilende Kräfte und bringe Gesundheit, langes Leben und Erfolg im Leben. Eine Terasse bietet eine beeindruckende Sicht auf die Stadt Kyôto.

 

Tôdai-ji

Der Todai-ji (wörtlich: östlicher großer Tempel) in Nara beherbergt die größte buddhistische Bronzestatue und das größte rein aus Holz gebaute Gebäude der Welt. Die sitzende Buddha-Statue ist 16,2 m hoch. Tôdai-ji, im Jahr 751 fertig gestellt, zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe.

 
 
   
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