Traditionelle japanische Häuser sind aus Holz gebaut und ruhen auf Holzpfeilern. Im Eingangsbereich (Genkan) werden die Straßenschuhe abgestellt, um das Innere der Wohnung nicht zu beschmutzen, und bereitgestellte Hauspantoffeln übergestreift. Der Wohnbereich liegt im Vergleich zum ebenerdigen Genkan um eine Stufe erhöht, so dass die Bereiche, in denen Schuhe bzw. Hauspantoffeln getragen werden, eindeutig voneinander getrennt sind. In den Fluren ( Engawa ), teils Veranda-artig zu einer der Längsseiten nach außen hin offen, geht man in Hauspantoffeln über hölzernen Fußboden. Das O-zashiki , ein mit Tatami -Matten ausgelegter Raum, in dem z.B. Gäste empfangen werden können, betritt man durch eine Papier-Schiebetür ( Fusuma ). An der Schwelle müssen nun auch die Hauspantoffeln abgestreift werden, um die empfindliche Oberfläche der Tatami -Matten zu schonen.

Die in Japan seit etwa 600 Jahren verwendeten Tatami bestehen aus einem fest gebundenen Reisstrohkern, auf denen eine Binsenmatte aus Igusa -Gras liegt, fixiert durch seitlich angenähte, dekorative Baumwollbänder. Junge Tatami zeichnen sich durch eine grüne Oberfläche aus, nach einiger Zeit sind gelb-bräunliche Farbtöne typisch. Im Sommer vermitteln Tatami -Matten Kühle, im Winter Wärme und vor allem während der schwülen Monate sind sie haltbarer als Teppichböden. Tatami- Matten sind 5,5 cm dick und etwa 1,6 m x 0,8 m groß und werden noch heute als Flächenmaß zur Angabe von Wohnungs- und Zimmergrößen verwendet (1 cho entspricht dabei etwa 1,64 m²). Die übliche Zimmergröße in Japan sind sechs cho, d.h. ca. 10 m², die folglich mit sechs Tatami -Matten belegt sind. In der Nacht wird der Futon als Schlafstätte auf den Tatami -Matten ausgebreitet.

Im O-zashiki befindet sich außerdem ein kleiner erhöhter Alkoven, das Tokonoma. Dort werden, jahreszeitlich angepasst, Schriftrollen, Ikebana (Blumengestecke), Bonsai oder andere Kunstwerke ausgestellt. Wenn Gäste empfangen werden, so sitzt der wichtigste Gast in der Regel dem Tokonoma am nächsten.

Die hier im Westen mittlerweile wohlbekannten, weißen, lichtdurchlässigen Papier-Schiebetüren, wurden im 10. Jh. als Akari-shouji entwickelt. Das hölzerne Gitter der Shouji ist auf einer Seite mit lichtdurchlässigem Material, z.B. dünner Seide oder später vor allem japanischem Papier ( Wa-shi ) beklebt und erhellt in heißen, grellen Sommern die dahinter liegenden Räume mit einem sanften, weichen Licht.

Fusuma, ebenfalls papierne oder seidene Schiebetüren, die allerdings mit blickdichtem, dicken Papier bzw. Stoff von beiden Seiten beklebt sind, werden auch als variable Raumteiler größerer Räume oder als Türen von Wandschränken verwendet. Sie sind vor allem in Palästen aufwendig bemalt und sehr kostbar.
 
   
 
   
© MIKI Reisen GmbH