Yojimbo (Bodyguard)Die japanische Filmkunst kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits Ende des 19. Jahrhunderts begannen die ersten einheimischen Filmproduktionen, wobei sich Darstellung und Vorführung an den traditionellen japanischen Theaterformen orientierten. Die Handlung des Stummfilms wurde von einem Erzähler (benshi) erklärt, kommentiert und synchronisiert. Erst durch die Einführung des Tonfilms in den 30er Jahren wurde der Erzähler allmählich aus dem japanischen Kino verdrängt.

In Japan werden im Allgemeinen drei Filmkategorien unterschieden: historische Filme (jidaigeki), zeitgenössische Filme (gendaigeki) oder westliche bzw. ausländische Filme. Seven SamuraiWährend zunächst vorwiegend historische Filme über schwertkämpfende Samurai gedreht wurden, entstanden infolge der schwierigen wirtschaftlichen Lage Ende der 20iger Jahre zahlreiche Filme, die vom Leben der Kleinbürger erzählten und sich kritisch mit den sozialen und politischen Problemen jener Zeit beschäftigten. Doch die strenge staatliche Zensur schränkte die Produktion dieser sog. Tendenzfilme erheblich ein oder verhinderte sogar deren Aufführung. Japanische Filme sollten die nationalistische Ideologie propagieren, Nationalstolz fördern und für Opferbereitschaft in der Bevölkerung werben. Daher bestimmten Ende der 30iger Jahre Kriegsfilme und Kulturfilme (bunka eiga) das Kinoprogramm.

Japanische Filme wurden erst nach dem 2. Weltkrieg durch Regisseure wie Akira Kurosawa (1910-1998), Yasujiro Ôzu (1903-1963) und Kenji Mizoguchi (1898-1956) international bekannt und ausgezeichnet. Während sich Ôzu - der auch deutsche Regisseure wie Wim Wenders beeinflusst hat - dem Leben der Kleinbürger im Japan der Vorkriegszeit widmete, konzentrierte sich Mizoguchi in seinen Filmen auf die Probleme von Frauen in Arbeiterfamilien. Kurosawa dagegen, der mit "Rashomon" (1950) weltberühmt wurde, drehte vor allem Samurai-Filme* wie z.B. "Die sieben Samurai" (shichinin no samurai, 1954) mit dem grandiosen Toshiro Mifune (1920-1997) in der Hauptrolle, aber auch zeitgenössische Filme, die sich vor allem mit sozialer Ungerechtigkeit auseinandersetzten. Seit den erfolgreichen 50iger Jahren müssen japanische Filmemacher gegen stetig sinkende Zuschauerzahlen ankämpfen. Nichtsdestotrotz konnten japanische Filme wie Kurosawas "Schattenkrieger" (Kagemusha, 1980), Itami Juzos "Tampopo"(1985), Takeshi Kitanos "Feuerwerk" (Hana-bi, 1997) und Shinji Aoyamas "Eureka" die internationale Filmkritik und ein breites Publikum begeistern.

 
   
   
   
   
         
  Seven Samurai   Shichinin no samurai (Seven Samurai)  
         
 

*Wer sich für Samurai Filme interessiert, sollte das Filmstudio Kyoto Uzumasa Eigamura besuchen. Hier können Sie hautnah erleben wie Samuraifilme gedreht werden. Das Studio ist wie eine echte Samuraistadt eingerichtet. Wenn man im Studio herumläuft, fühlt man sich wie durch eine Zeitmaschine in die Samurai-Zeit versetzt.

Kyoto Uzumasa Eigamura- Kyoto Uzumasa Filmstudio: Nehmen Sie an der JR Station Kyoto die Buslinien 71, 72,73 bis zur Station "Uzumasa-koryuji-mae" oder fahren Sie mit dem Kyoto Bus der Linien 80, 81, 87 bis zur Station "Tokiwa-Nakano-mati".
 
   
 
   
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