Beliebt sind in Japan sowohl Sportarten, die auf der traditionellen japanischen Kultur beruhen, als auch moderne Mannschaftssportarten, wie beispielsweise Baseball oder Fußball.

 
     
 
Traditionelle Sportarten   Moderne Sportarten
     

sumoSumō

Sumō ist eine sehr alte Sportart in Japan, die auf Ringkämpfe zurückgeht, die zwischen Dörfern ausgefochten wurden. Später wurden diese Kämpfe auch und vor allem bei religiösen Festen ausgetragen. Die Rituale und Symbole moderner Sumō-Wettkämpfe zeigen noch immer den religiös geprägten Hintergrund, so z.B. das Werfen von Salz im Ring oder die Ringbegrenzung, die einem Shimenawa (Strohseil zur Abgrenzung eines heiligen Bezirks) gleicht.
Ziel des Kampfes ist, den Gegner aus einem abgesteckten Kreis (Durchmesser 4.55 m) zu drängen, oder ihn so aus dem Gleichgewicht zu bringen, dass er den Boden mit einem anderen Körperteil als den Fußsohlen berührt. Dies versuchen die Ringer durch Schieben, Schleudern, Werfen oder Überlisten des Gegners zu erreichen. Verboten sind Kinjite (Verbotene Griffe) wie Würgen, Haareziehen, Umbiegen der Finger, Griffe in der Schrittgegend, Treten, Eindrücken der Augen oder Schläge mit der geschlossenen Hand und Schläge auf die Ohren. Die häufigsten Grundformen sind das Packen des Gegners am Mawashi (Gürtel) mit anschließendem Schieben ins Aus (Yotsu-sumō) oder das Hinausdrücken aus dem Ring ohne festen Griff am Gegner (Oshi-sumō). Außerhalb des Rings (Doyo) ist Sand ausgestreut, so dass leicht erkannt werden kann, wenn ein Ringer aus dem Ring getreten ist. In der Kreismitte befinden sich zwei Startlinien (Shikirisen), hinter denen die Ringer für den Angriff bei Beginn des Kampfes (Tachi-ai) Aufstellung nehmen. Die Leitung des Kampfes obliegt dabei dem Gyoji, einem Ringrichter, der von fünf Außenrichtern (Shimpanin) unterstützt wird. Ein einzelner Kampf dauert meist nur einige Sekunden, auf Turnieren finden dafür aber mehrere hundert Kämpfe statt.
Einen besonderen Reiz des Sumō macht die Vielfalt an Zeremonien und Traditionen aus, die teilweise seit Jahrhunderten unverändert in Verbindung mit dem Sport gepflegt werden. Dazu gehören die eindrucksvollen Ringbetretungszeremonien (Doyo-iri), aber auch das Werfen von Salz in den Ring durch die Kämpfer, das der symbolischen Reinigung des Doyo dient, oder dem Spülen des Mundes mit Chikara-mizu (Kraftwasser) vor dem Kampf, das dem Ritual vor dem Betreten eines Shintō-Heiligtums gleicht.
Da beim japanischen Profi-Sumō ein hohes Eigengewicht von Vorteil ist und es keine Gewichtsklassen gibt, wiegen Sumō-Kämpfer i.d.R. etwa 120 bis über 200 kg. Trotz ihres Gewichts müssen die Kämpfer aber auch beweglich und muskulös sein. Es hat sich jedoch gezeigt, dass die Verletzungsanfälligkeit von zu schweren Ringern deren Erfolg mindert und sich leichtere, schnellere Kämpfer ebenso durchsetzen können. Der Sumō-Verband hat das Problem erkannt und entsprechende Gesundheits- und Gewichtskontrollen eingeführt.
Auf Turnieren (Basho) wird um Auf- und Abstiege gekämpft. Wenn ein Ringer mehr Siege als Niederlagen erreicht (kachi-koshi) steigt er in der Rangliste (Banzuke) auf. Bei mehr Niederlagen als Siegen (make-koshi) steigt er ab. Seit den 1950ern werden im Sumo jährlich sechs Turniere, drei davon in Tokyo, ausgetragen.

 

baseballYakyu (Baseball)

Japans Nationalsport wurde 1872 im Zuge der Meiji-Restauration und der damit verbundenen Öffnung des Landes von Horace Wilson, dem Vater des japanischen Baseballs, aus Amerika eingeführt. Das Spiel wurde schnell populär. Heute zieht der Sport jedes Jahr Millionen in die Stadien. Die beiden Profi-Ligen, die Central League (Hanshin Tigers (Nishinomiya/Ōsaka), Chūnichi Dragons (Nagoya), Tōkyō Yakult Swallows (Tōkyō), Yokohama Baystars (Yokohama), Yomiuri Giants (Tōkyō), Hiroshima Tōyō Carp (Hiroshima)) und die Pacific League (Fukuoka Softbank Hawks (Fukuoka), Chiba Lotte Marines (Chiba), Seibu Lions (Tokorozawa), Orix Buffaloes (Kōbe und Ōsaka), Hokkaidō Nippon Ham Fighters (Sapporo), Tōhoku Rakuten Golden Eagles (Sendai)) ermitteln von April-September in 140 Spielen jeweils einen Meister, die in der Japan-Series in sieben Spielen gegeneinander um die japanische Meisterschaft antreten. Daneben wird Baseball landesweit an Mittel- und Oberschulen gespielt. Zweimal jährlich wird in Nishinomiya die beste japanische Schulmannschaft ermittelt.
Die Maße des Feldes, Regeln und Spielweise unterscheiden sich leicht von den amerikanischen. Auch wird vergleichsweise taktischer und mit weniger Kraft gespielt.
Bei den olympischen Spielen 1992 und 1996 gewannen die japanischen Baseballer die Bronze- bzw. Silbermedaille. Der japanische Baseball findet zunehmend amerikanische Beachtung. Mehrere japanische Profis spielen in der MLB, 2004 konnte Suzuki Ichirō mit 262 Hits in einer Saison den Rekord von George Sisler (1920) brechen.

 

Fußball

Nach Baseball ist Fußball in Japan die beliebteste Mannschaftssportart. Allerdings spielte Fußball, trotz einer landesweiten Vereinspokalaustragung bereits seit 1921, viele Jahrzehnte nur eine relativ untergeordnete Rolle als Studentensport. Dies änderte sich mit den Olympischen Spielen 1964 in Tokyo schlagartig. Der Deutsche Dettmar Cramer wird 1960 als erster ausländischer Trainer der Nationalelf engagiert. Der 3:2-Sieg im olympischen Turnier über Argentinien ist überwältigend. Der nationale Fußballverband JFA wurde 1921 gegründet (seit 1929 FIFA-Mitglied). Auch Mangas, Animes und Videospiele nahmen sich seit den frühen 80er-Jahren dieser Sportart an (etwa Captain Tsubasa oder Ganbare! Kickers). Japans Nationalmannschaft konnte sich 1998 erstmals für eine Weltmeisterschaft qualifizieren. Als bisheriger Höhepunkt gilt die Fußball-Weltmeisterschaft 2002, die in Japan und Südkorea stattfand. Im japanischen Vereinsfußball unterscheidet man die J. League Division 1 und 2 mit 18 bzw. 12 und die Japan Football League (JFL) mit 16 Mannschaften, weiterhin 9 Regional- sowie 47 Präfekturalligen. Japanische Fußball-Vereine zählen neben koreanischen und saudischen zu den stärksten in Asien. Seit 1986 konnten sie bereits 8 Asienpokale gewinnen. (Südkorea: 8, Saudi-Arabien: 9). Die bekanntesten Vereine sind die Kashima Antlers (Rekordmeister der J. League), die Yokohama F. Marinos (Rekordpokalsieger) und die Urawa Red Diamonds (Trainer: Guido Buchwald (D)).
 

Golf

Golf gilt als Sport der Salarymen und entwickelte sich in den 1980er Jahren zu einem Statussymbol. Allerdings ist die Mitgliedschaft in einem Golf-Club so teuer, dass sich lediglich Besserverdienende eine solche leisten können, während sich einfache Büroangestellte auf einem der überall sehr zahlreich im Land vorzufindenden Abschlagplätze treffen.
 

Formel 1

In Japan finden seit 1976 Formel-1-Rennen statt, meist unter der Bezeichnung „Großer Preis von Japan“. Die seit 1987 dafür verwendete Rennstrecke ist der Suzuka International Racing Course, auf der die japanischen Automarken Honda und Toyota mit eigenen Teams antreten.
 

 

 
   

Budo (Weg des Kriegers)

Mit Budo werden alle japanischen Kampfkünste zusammengefasst, die – im Gegensatz zu den traditionellen Bujutsu-Kriegskünsten – neben der reinen Kampftechnik eine Philosophie beinhalten. In solchen sog. Weg-Künsten liegt die Bedeutung in der Durchführung an sich und nicht so sehr im Ergebnis.
Ursprünglich, in der Kamakura-Periode (1185–1333), als der Krieger-Adel (Bushi) seinen Aufstieg erlebte, dienten Übungen im Reiten, Bogenschießen und Schwertkampf vor allem der Vorbereitung auf den Kampf. Erst nach der Befriedung des Landes zum Beginn der Edo-Periode wurden die traditionellen japanischen Kampfkünste in ihrer heutigen Form etabliert. Der Frieden erlaubte es dem einzelnen, die eigenen Fähigkeiten mit dem Schwert über Jahrzehnte zu perfektionieren. Erst dadurch entstanden die verfeinerten Systeme der einzelnen Kampfschulen.

 
 
   
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