(von jap.: " cha " bzw. " sa " = Tee und " do " = Weg, Weg des Tees)

Die Japanische Teezeremonie, oder besser, der japanische "Weg des Tees", ist eine der sog. Wegkünste - d.h. während meditativer, ritueller Handlungen, hier der fast schon choreographisch abgestimmten Zubereitung von Tee, soll sowohl von Gästen als auch vom Gastgeber innere Einkehr und Ruhe gefunden werden. Jede Bewegung ist dabei genau vorgeschrieben. Der bittere Tee, der dabei serviert wird, wird Matcha genannt. Wie u.a. Ikebana , die Kunst des Blumensteckens, gehörte auch Sado zu den traditionellen Künsten, in denen junge Mädchen in Vorbereitung auf ihre Heirat geschult wurden.

Sen no Rikyu

Der große Meister der japanischen Teezeremonie, Sen no Rikyu (1522 - 1591), beeinflusste die Tradition der Teezeremonie nachhaltig. Die wichtigsten Schulen, die auf ihn zurückgehen und lediglich leicht unterschiedliche choreographische Formen lehren, sind Ura , Omote und Mushakoji .
Die vier Prinzipien des Sado nach Sen no Rikyu sind Wa (Harmonie), Kei (Respekt), Sei (Reinheit) und Jaku (Ruhe). Die harmonische Abstimmung der während der Teezeremonie verwendeten Teeutensilien und Dekorationen ermöglicht eine Begegnung von Gast und Gastgeber in Harmonie ( Wa ). Die besondere Rücksichtnahme der Gäste untereinander und die Gastfreundlichkeit des Gastgebers, sowie der respektvolle Umgang mit den Teeutensilien vermitteln eine allgemeine Atmosphäre voll Ehrfurcht und Respekt ( Kei ). Nicht nur die Reinheit, Sauberkeit und Ordnung der Teeutensilien sondern auch die des Herzens spielen eine große Rolle während der Teezeremonie ( Sei ). Durch geräuschlose Ruhe während der Zeremonie soll auch innere Ruhe in der Gemeinschaft der Gäste und des Gastgebers erreicht werden ( Jaku ).

Genereller Ablauf einer Teezeremonie:

Auf Einladung des Gastgebers finden sich die Gäste im Garten des Teehauses ein, auf einem Gartenpfad ( Roji ) wandelnd, der durch das Abstreifen des Alltags die erste Stufe der Erleuchtung symbolisiert. Nach der rituellen Reinigung von Mund und Händen mit bereitgestelltem Wasser, betreten die Gäste nacheinander das Teehaus ( Chashitsu ). Der knapp einen Meter hohe Eingang ( Nijiriguchi ) läßt die Gäste den Raum voller Demut und mit Respekt betreten. Alle gesellschaftlichen Unterschiede werden an der Schwelle abgelegt.
Die Teeutensilien sind so vor dem Gastgeber angeordnet, daß sie zugleich pragmatische als auch harmonische Bewegungsabläufe während der Teezubereitung ermöglichen. Die wichtigsten Utensilien ( Dogu ) bei der Teezeremonie sind: Teeschalen ( Cha-wan ), Teedose ( Cha-ire ), Wassergefäß ( Mizusashi ), eiserner Kessel ( Kama ), Teebambuslöffel ( Cha-shaku ), Teebesen ( Cha-sen ) und Teetuch ( Cha-kin ). Aus dem Cha-ire wird mit dem schmalen Bambuslöffel ( Cha-shaku ) etwas Pulvertee entnommen, in eine Teeschale gegeben und mit heißem Wasser aus dem Kama übergossen. Mit dem Bambus-Teebesen ( Cha-sen ) wird der dickflüssige Tee schaumig geschlagen, bis der Tee vollständig aufgelöst ist. Die Teeschale wird nun dem Hauptgast gereicht, der sie mit einer Verbeugung annimmt. Mit einer Geste entschuldigt sich der Hauptgast bei seinem Sitznachbarn dafür, dass er die Schale zuerst angenommen hat. Er dreht dreimal die Schale in seiner Hand, wobei er die Schale betrachtet, nimmt drei kleine Schlucke und reicht die Teeschale weiter. Erst zum Ende der Teezeremonie, bei der Betrachtung der Teeutensilien, wird das Schweigen gebrochen.

   
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