Matsuri sind Festivals, entstanden meist aus dem Jahreslauf bäuerlicher Gemeinschaften. Heutzutage sind sie aber auch feste Bestandteile des städtischen Lebens. Mit einem Matsuri sind Tänze, Musik und Leckereien untrennbar. Jede Region, Stadt, jedes Dorf hat sein Matsuri, die in den meisten Fällen im Herbst zu der Erntezeit stattfinden. Darunter finden Sie einige bemerkenswerte Beispiele.  
     
 
Aoi Matsuri / Kamo Matsuri (Kyoto)   Ohashira Matsuri (Nagano)
Aomori Nebuta Matsuri   Nagasaki Okunchi
Asakusa Matsuri (Tokyo)   Otorisama (Tokyo)
Awa-Odori (Tokushima)   Owara Kaze no Bon (Toyama)
Chichibu Yomatsuri   Nagasaki Pe-ron
Gion-Fest (Kyoto)   Sapporo Yuki Matsuri
Gunjô Odori (Kyoto)   Niihama no Taiko Matsuri
Hakata Dontaku   Takayama Matsuri
Jidai Matsuri (Kyoto)   Tanabata Matsuri (Sendai)
Kanda Matsuri (Tokyo)   Tôrô Matsuri (Kumamoto)
Kanto Matsuri   Souma No Uma Oi (Fukushima)
Nada no Kenka Matsuri (Hyôgo-ken)   Hakata Gion Yama-kasa (Fukuoka)
 
     
  Aoi Matsuri / Kamo Matsuri (Kyoto)  
     
  Das Aoi- oder Kamo-Fest wurde ursprünglich am Tag des Vogels im vierten Monat des Mondkalenders am Kamo-Fluß in Kyoto gefeiert. Seine Ursprünge gehen auf die Heian-Periode (794-1185) zurück, Japans goldene Epoche, in der Kyoto Japans Hauptstadt war. Heute wird das "Jahresfest der Schreine Shimogamo und Kamigamo" - so lautet der korrekte und vollständige Name des Festes - am 15. Mai zelebriert. Bereits am Morgen um 8.30 Uhr beginnt der höfische Teil der Zeremonie im Gosho, dem alten Kaiserpalast. Zu diesem Fest sind die Abgesandten des Kaisers, die Kopfbedeckungen des gesamten Gefolges, sowie der kaiserliche Palast-Schrein, der kaiserliche Ochsenkarren und das Vieh (Rinder und Pferde) mit jungen Malvenblättern geschmückt. Der Malvenschmuck - Aoi auf Japanisch - gab dem Fest seinen umgangssprachlichen Namen: Aoi Matsuri (Malvenfest). Gegen 10 Uhr vormittags wird das Palastgelände verlassen. Ein langer, feierlicher Zug bewegt sich in Richtung des ersten der beiden Kamo -Schreine, dem Kamigamo -Schrein. In der Mitte dieses Zuges schreiten die Abgesandten des Kaisers. Begleitet werden sie von der kaiserlichen Leibgarde, verschiedenen Opfergaben für die Götter, dem mit Pflaumenblüten, Glyzinien und Iris geschmückten kaiserlichen Ochsenkarren, Tänzern und Koto-Spielern. Alle Teilnehmer des Festes sind in Kostümen aus der Heian-Periode gekleidet. Damit ist das Aoi Matsuri eines der edelsten und vornehmsten Feste in Kyoto.  
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  Aomori Nebuta Matsuri  
     
 

An der Nordspitze der Insel Honshu, der Hauptinsel von Japan, in der Präfektur Aomori wird das Aomori Nebuta Fest vom 3.-7. August gefeiert. Dieses Fest hat das Bild von japanischen Sommerfesten (Natsu-Matsuri) entscheidend geprägt. Bei den Nebuta oder Neputa, wie sie in der Stadt Hirozaki genannt werden, handelt es sich um große Papierlaternen. Das Grundgerüst besteht aus Bambusstäben oder Draht und ist mit japanischem Papier (Washi) beklebt. Die Laternen, ursprünglich viereckig, seit der Meiji-Periode jedoch in den verschiedensten Formen sind mit Figuren aus Sangokushi, einer chinesischen Chronik "der drei Königreiche" oder dem Kabuki-Theater bemalt. Vornehmlich werden Kriegsherren und tapfere Krieger, bzw. grimmige Gottheiten und Dämonen, sehr heroische Gestalten, als Motive gewählt und farbenprächtig gestaltet. Auf Festwagen gestellt und von innen erleuchtet werden die Laternen dann umher gezogen. In den letzten Jahren waren die Tachi-Nebuta aus der Stadt Goshogawara, stehende Laternen, in Form von Puppen (Ningyou-Neputa) besonders beliebt.

Da das Nebuta Fest kurz vor dem Obon-Fest am 13. August, der alljährlichen Heimkehr der Seelen verstorbener Verwandter, gefeiert wird, liegen Vermutungen nahe, daß die Ursprünge des Nebuta Festes mit Obon zusammen hängen. So sollen sich die Wartenden die Müdigkeit (Neputa) durch solche Laternenumzüge vertrieben haben bis die Geister ihrer Verwandten heimkehrten. Nach einer anderen Überlieferung soll ein Militäroffizier in der Heian -Periode während der Eroberung Hokkaidos das Neputa zur Feindanlockung erfunden haben...

Um das Neputa wird der Haneto-Tanz getanzt, ein rhythmischer Gruppentanz. Die Feierlichkeiten beginnen bereits am hellen Tag, sind jedoch nach Einbruch der Dämmerung wesentlich beeindruckender durch die Lichter, die die Neputa von innen heraus erleuchten. Am letzten Tag gibt ein Feuerwerk über dem Meer dem Fest einen prächtigen Abschluß.
 
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  Asakusa Matsuri (Tokyo)  
     
  Das Asakusa Matsuri ist das Fest des Asakusa-Schreins (Sansha-Schrein nach alter Bezeichnung) im tokyoter Bezirk Taito, das im 5. Showa-Jahr (1931) aufgrund eines Orakelspruchs veranstaltet wurde. Bekannt wurde es als eines der drei Edo-Feste, die eine besonders lebhafte und stürmische Ausprägung haben. Insbesondere der Umzug der Mikoshi (tragbare sänftenartige Schreine) macht das Asakusa-Fest zu einem außerordentlichen Erlebnis. Der Asakusa-Schrein hat eine verhältnismäßig lange Geschichte, erste Erwähnung fand er bereits im Jahr 1192 als Asakusa-Tera ( Asakusa -Tempel) der Provinz Musashi (heutige Präfektur Saitama ). Nach einer Legende hatte ein Geschwisterpaar beim Fischen auf dem Gelände des Asakusa -Schreins eine Buddha-Figur in ihrem Netz entdeckt und sie als heilige Kannon -Figur (Inkarnation des Bodhisattvas für Güte und Barmherzigkeit) für die Errichtung des ersten Tempelgebäudes gestiftet. Neben dem Dengaku -Tanz (Reispflanzentanz) mit Shishimai (Löwenmasken) zur Reisaussaat in der Hoffnung auf eine gute Ernte, dem bekanntesten Shinto -Ritual des Festes, finden innerhalb von vier Tagen um den 18. Mai auch zwei Mikoshi -Umzüge statt. Dabei werden an einem Samstag zunächst 100 Mikoshi aus der umgebenden Nachbarschaft am Asakusa -Schrein versammelt und gegen 13 Uhr wird eine Prozession durch den Bezirk begonnen. Am darauffolgenden Tag wird dann um 6 Uhr morgens der Haupt- Mikoshi des Asakusa -Schreins durch die Stadt getragen. Die Atmosphäre in diesen Tagen ist geprägt von der Geschäftigkeit der Geisha und ihrer Arbeitsgesänge, sowie der Edo-Sato-Kagura (Schreinmusik aus der Edo -Periode) und erinnert stark an das Lebensgefühl der damaligen Edo -Periode.  
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  Awa-Odori (Tokushima)  
     
 

Das Obon-Fest vom 13.-16. August, zu Ehren der Geister der verstorbenen Ahnen, besteht in Japan bereits seit mehr als 500 Jahren und ist traditionsgemäß mit einem Tanz-Festival verbunden. Obon ist eine verkürzte Form des Sanskrit-Wortes "Urabonne/Urabanna" ("kopfüber in der Hölle hängen und leiden"). Die mit dem Obon-Fest verbundenen Tänze werden auf die Geschichte eines Jüngers Buddhas zurückgeführt. Der Jünger Mokuren, der in einer Vision seine verstorbene Mutter im "Königreich der hungrigen Geister" sah, ging zu Buddha und fragte, wie er seine Mutter aus diesem Geisterreich befreien könne. Buddha antwortete, er solle ein großes Fest für die letzten sieben Generationen der Verstorbenen ausrichten. So erreichte der Jünger die Befreiung seiner Mutter und tanzte vor Freude, glücklich wegen der Freigabe seiner Mutter und dankbar für ihre Selbstlosigkeit und die vielen Opfer, die sie zu Lebzeiten für ihn gebracht hatte. Dieser Freudentanz (Bon-Odori - Bon-Tanz) erinnert am Obon-Fest an die Vorfahren und ihre Opfer.

In Tokushima wird ein sehr ausgelassenes Bon-Odori mit Begleitmusik in äußerst schnellem Tempo getanzt. Der in Japan sehr berühmte Awa -Tanz (Awa-Odori) wirkt derart extatisch, daß er von Einheimischen auch "absurder Tanz" oder sogar "Idiotentanz" genannt wird. Seine Ursprünge gehen auf die Bunka -/ Bunsei -Ära (1804-1830) zurück, in der der Gruppentanz erstmals an Beliebtheit gewann. Als Begleitinstrumente zum Tanz sind Shamisen (eine dreisaitige Spießlaute), Kokyu (eine chinesische Fidel), Shimetaiko und Tsuzumi (verschiedene Trommeln), Hyoushigi (Schlaghölzer), Kane (eine schalenförmige Glocke), sowie Yokobue (eine Querflöte) typisch. Während der drei Obon-Festtage wird jeden Abend von 18 bis 22.30 Uhr auf der Hauptstraße und an sieben Plätzen in der Stadt geradezu fanatisch getanzt. Aus ganz Japan nehmen verschiedene Tanzgruppen (Ren) teil. Das Festival erwies sich in der Vergangenheit als unglaublicher Touristenmagnet und versammelte bis zu 1.3 Millionen Menschen in Tokushima.
 
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  Chichibu Yomatsuri  
     
  Das Chichibu-Fest oder Chichibu Yomatsuri, ist das große Vorzeigefest des Chichibu-Schreins der Stadt Chichibu in der Präfektur Saitama und findet jedes Jahr am 3. Dezember statt. Die Geschichte des Chichibu Schreines ist alt und geht bis ins 4. Jogan Jahr (862) zurück. Begonnen wurde die Tradition des Festes jedoch erst in der Bunka Periode (1804-1818). Das Zentrum des Chichibu Matsuri bilden vier prunkvolle Festwagen, die in Konkurrenz zur Festwagenbau-Technik der Edo Periode errichtet worden waren. Am Abend des 3. Dezembers versammeln sich diese Wagen im Inneren der Chichibu Schreinanlage und das Fest beginnt. Dabei fungieren die Festwagen als Bühnen auf denen Kabuki Theaterstücke aufgeführt werden. Rechts und links der Bühne werden Sitze aufgestellt. In der Hauptstraße der Stadt aufgereiht, können sogar die oberen Stockwerke der gegenüberliegenden Gebäude als Logenplätze genutzt werden.  
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  Gion-Fest (Kyoto)  
     
 

Das weltweit bekannte und wohl Japans prunkvollstes Festival, das alljährliche Gion-Fest (Gion-Matsuri) wird im Juli, fast einen ganzen Monat lang, am Yasaka-Schrein im Gion-Distrikt von Kyoto gefeiert. Höhepunkt ist das Yamaboko-junkou, die Festwagen-Parade am 17. Juli. Der Yasaka -Schrein, ehemals als Gion-Schrein bezeichnet, ist ein Shinto -Schrein und liegt am östlichen Ende der Shijo-dori, der vierten Straße.

Im Jahre 869 (im 11. Jahr der Jogan-Ära unter dem Seiwa-Kaiser) grassierte eine Epidemie in Japan. Die Seuche wurde als Strafe des Gozu (einem pferdeköpfigen Wächter-Dämon aus der buddhistischen Hölle) betrachtet und man feierte daher ein Fest zu Ehren der Götter am Gion-Yashiro, dem Vorgänger des Yasaka-Schreins. Entsprechend der Anzahl der Länder im damaligen Japan wurden 66 Speere hergestellt und in die Oike-dori geschickt. Nach der Überlieferung wurde mit diesem Fest schließlich göttliche Hilfe erwirkt und die Epidemie abgewehrt. Dies war der Beginn des Gion-Matsuri.

Prunkvolle Festivalwagen, geschmückt mit Speeren, ziehen am 17. Juli ab vormittags 9 Uhr von der Shijou-Karasuma über die Shijou-dori und die Kawaramachi-dori durch das Gion-Distrikt bis hin zur Oike-dori in einer prächtigen Parade, begleitet von Taiko (Trommeln), Kane (Glocken) und Fu-e (Flöten).

 
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  Gunjô Odori (Kyoto)  
     
 

Das Gunjou Odori am Hachiman in Kyoto wird von Mitte Juli bis Anfang September gefeiert. Frei nach dem Bonmot "Auch ohne Regengüsse können Ärmel so durchnäßt sein, daß man sie auswringen muß" wird in diesen Sommernächten, kaum ohne Pause, vom 13.-16. August sogar Tag und Nacht, getanzt - das Durchhaltevermögen der Teilnehmer ist erstaunlich. Zwar wechselt der Veranstaltungsort täglich, das lautstarke Mitklatschen und -stampfen des Taktes verrät den Ort des Geschehens jedoch sofort und erlaubt es jedermann mitzutanzen.

Die Ursprünge des Gunjou Odori sind bis heute unklar. In der Taisho-Periode (1888-1926) wurde noch völlig ohne Begleitmusik und Bühne getanzt, lediglich das rhythmische Klackern der Holzschuhe (Geta) diente als Taktgeber. Etwas später führte man Taiko (Trommeln) ein. Im 24. Showa -Jahr (1950) wurden dann im Rahmen eines nationalen No-Lied Wettbewerbs zahlreiche Begleitmusikstücke aufgegriffen, die das Gunjou Odori unglaublich bereichert haben.
 
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  Hakata Dontaku  
     
  Das Hakata Dontaku ist ein Hafenfest der Stadt Fukuoka in der Hakata Bucht, das vom 3. bis 4. Mai stattfindet. "Dontaku" soll aus dem Holländischen stammen, vermutlich führten Verständigungs- und Ausspracheschwierigkeiten zu der etwas befremdlich anmutenden Variante von "Zondag", gemeint ist damit "Sonntag", "Feiertag" bzw. "Festtag". Bereits in der Muromachi Periode (1392-1573) erfreute sich dieses Ereignis äußerster Beliebtheit. Das Fest beginnt am 3. Mai, gegen 9 Uhr am Vormittag mit einer Prozession, die vom Kushida Schrein (Kushida Jinja) aus bis ins Innere der Stadt schreitet. Dabei reiten die Sieben Glücksgötter auf Pferden ein; Ebisu, der shintoistische Gott der Fischer, Daikoku-ten, der Gott des Wohlstandes und des Reichtums, sowei ein mit einem purpurnen Hakama (traditionelle weite japanische Hose) und einer Krone prachtvoll bekleidetes Kind (Chigo). Begleitet wird die Parade von Musik, Taiko (Trommel) -Schlägen und singenden Kindern. Daneben werden auch im Inneren der Stadt auf einer provisorisch errichteten Bühne Sungeki (Sketche) aufgeführt.  
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  Jidai Matsuri (Kyoto)  
     
 

Die heutige Stadt Kyoto war unter ihrem ursprünglichen Namen, Heian-kyo (Hauptstadt des Friedens und der Ruhe) von 794 bis 1868 Sitz des kaiserlichen Hofes und damit Hauptstadt von Japan. Im Jahre 784 hatte der 50. Kaiser Japans, Kammu, aus politischen Gründen beschlossen, den Regierungssitz von Nara nach Kyoto zu verlegen und den kaiserlichen Befehl erteilt, eine neue Hauptstadt nach dem Beispiel der chinesischen Hauptstadt, dem heutigen Xi'an, zu bauen. Somit wurde die Stadt Heian-kyo am 22. Oktober im 13. Jahr der Enryaku Periode (794) gegründet. Ca. 1100 Jahre nach dieser Verlegung der Hauptstadt, im 28. Meiji Jahr (1896) wurde in Kyoto der Heian Schrein (Heian Jingu) gegründet. In Gedenken an die lange Geschichte der Hauptstadt seit Gründung im Jahr 794 bis über ein Jahrtausend später, wurden drei große Feste in Kyoto veranstaltet, das Aoi Matsuri, das Gion Matsuri und das Jidai Matsuri.
Das Jidai Matsuri im Sakyo-Bezirk der Stadt Kyoto im Heian -Schrein (Heian-Jingu) wird daher in Gedenken an die Gründung der Hauptstadt Heian jährlich am 22. Oktober gefeiert. Dabei erzählt eine zwei Kilometer lange Prozession die Geschichte der Hauptstadt. Alle achtzehn Epochen zwischen der Enryaku-Periode und der Meiji-Restauration sind originalgetreu vertreten; etwa 3000 Teilnehmer sowie 70 Rinder und Pferde präsentieren Bräuche und traditionelle Kleidung aus den jeweiligen Epochen. Durch fundierte historische Untersuchungen wurde auf äußerste Authentizität geachtet, so daß sich die einzelnen Epochen wie auf einer historischen Bilderrolle aneinander reihen. In der Oike-dori (Oike-Straße) kann man die Prozession gegen 1 Uhr mittags, am Heian Jingu etwa gegen 14.30 Uhr betrachten.

 
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  Kanda Matsuri (Tokyo)  
     
  Das Kanda - Matsuri, das Fest des Kanda-Schreins in Tokyo, wird jedes Jahr am 15. Mai gefeiert. Dabei wechseln sich das Haupt- und das sog. "Schatten"-Fest jährlich ab. Bekannt ist es als eines der Edo-Feste für seine besonders prachtvoll geschmückten Festwagen. Ganz nach dem Charakter der Edo-kko (waschechte Tokyoter), die nach einem Sprichwort vom Vorabend nie sparsam Geld übrig behalten für den nächsten Tag, ist es ein sehr maskulines Fest. Zum Hauptfest (Horen) wird die mit einem goldenen Phönix verzierte kaiserliche Sänfte aus dem ersten Schrein zu Ehren der Gottheiten von Kanda, die auch gleichzeitig die Schutzgötter des Tokugawa-Bakufu-Shogunats waren (1603-1867, von Tokugawa Ieyasu errichtete Shogunatsregierung) von Ochsen durch die Stadt gezogen, begleitet von einem Mikoshi (tragbarer sänftenartiger Schrein) aus dem zweiten Schrein. Am darauffolgenden Tag werden einhundert Mikoshi aus der umgebenden Nachbarschaft von singenden, jungen Männern durch die Stadt getragen. Dieser Trubel und die Geschäftigkeit verbreiten eine Atmosphäre, wie sie für das damalige Edo (Tokyo) ganz typisch gewesen sein muß. Neben der Tempelhalle wird auf einem weitläufigen Markt an zahlreichen Verkaufsständen allerlei Ware angepriesen. Dieser Brauch war im Zusammenhang mit dem großen Kanto-Erdbeben von 1923 zeitweise verschwunden, lebte in den letzten Jahren jedoch wieder auf.  
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  Kanto Matsuri  
     
  Das Kanto Matsuri ist eines der Tanabata-Feste vom 5.-7. August in der Stadt Akita. Kanto bestehen aus einem langen Bambusstamm, an dem neun Bambus-Querstreben befestigt und 46 Laternen aufgehängt sind. Junge Leute ballancieren diese auf ihren Schultern, Hüften oder Stirnen, laufen zu Trommel- (Taiko) und Querflötenmusik (Yokobue) durch die Innenstadt und führen Kunststücke vor. Es gibt drei Größen von Kanto: groß, mittel und klein, und je nach Alter und entsprechendem Kanto unterteilen sich die jungen Leute in O-waka (großer Jüngling), Chu-waka (mittlerer Jüngling) und Sho-waka (kleiner Jüngling). Nachmittags gegen 18.30 Uhr versammeln sich alle teilnehmenden 200 Kanto-Träger an der Hauptstraße und ein artistisches Wettspiel bildet den Höhepunkt des Festes. Ursprünglich stammen die Kanto aus der Tenmei-Periode (1781-1789), in der in Akita eine lokale Spezialität beim Obon-Fest entstand. Bambusstämme, an die fünf Tempellaternen gehängt waren, mit Tanabata-Zeichen beschriftet, wurden zur Vertreibung der Müdigkeit während der langen Obon-Nächte eingesetzt. Später, in der Meiji-Periode (1868-1912), wurden diese Laternen als Kanto bezeichnet und die Tradition entstand, diese zur Musik zu schwenken und artistisch zu balancieren.  
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  Nada no Kenka Matsuri (Hyôgo-ken)  
     
 

Das Nada no Kenka Matsuri oder auch einfach nur Nada-Fest genannt entstand in der Muromachi-Periode (1338-1573). Nada steht für die "stürmische See" und hebt die Heftigkeit hervor, mit der die Mikoshi (tragbare sänftenartige Schreine) auf diesem sogenannten Streit- oder Zankfest (Japansich für Streit: Kenka) im Kampf gegeneinander gestoßen werden.
Am 14. Oktober findet als kleines Vorabendfest ein Umlauf von sieben Mikoshi vor dem Schrein statt. Am nächsten Tag, dem eigentlichen Hauptfesttag versammeln sich große Menschenmengen auf dem Platz vor dem Schrein und der Kampf der Mikoshi beginnt. Dabei treten drei Mikoshi gegeneinander an. Der erste (Ichi-no-maru) wird von Männern in den Vierzigern, der zweite (Ni-no-maru) von Männern in den Dreißigern und der dritte (San-no-maru) von Männern in den Zwanzigern getragen. Die Männer heben die etwa 1,5 Tonnen schweren Mikoshi so hoch es geht an und werfen sie regelrecht gegeneinander. Schnell weichen die Träger dann aus und die Mikoshi fallen zu Boden. Der Höhepunkt dieses Festes dauert etwa von 1 bis 3 Uhr an. Der Vorplatz des Schreins wird überschwemmt von der hitzigen Atmosphäre und der Zurufe aufgeregter Zuschauer.

 
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  Ohashira Matsuri (Nagano)  
     
 

Einmal in sechs Jahren im Frühling, jeweils im Jahr des Affen (Saru-doshi) und im Jahr des Tigers (Tora-doshi) nach chinesischem Tierkreiskalender, wird das Ohashira Matsuri, das große Fest des Suwa-Schreins (Suwa-Taisha) in der Präfektur Nagano gefeiert. Es ist eines der besonders urtümlichen und sehr traditionell ausgerichteten, bedeutenden Feste in Japan. Für dieses shintoistische Ritual werden am Fuße der Berge Yatsugatake und Kirigamine uralte Tannen gefällt, deren dicke Stämme dann in einer Zeremonie in allen vier Ecken der Hauptgebäude des Schreins aufgestellt werden. Bekannt geworden ist das Fest jedoch sicherlich durch das Ki-otoshi , das Fällen der Bäume, bei dem waghalsige Männer an Felsabhängen die großen Stämme fällen.
Der Suwa-Schrein besteht aus vier Hauptgebäuden: Kamiyashiro (der "obere Schrein") und Shimoyashiro (der "untere Schrein"), die jeweils in Hongu (Hauptschrein) und Maemiya (vorderer Schrein), bzw. in Harumiya (Frühlings-Schrein) und Akimiya (Herbst-Schrein) unterteilt sind. Es werden also insgesamt 16 Tannenstämme benötigt. Die etwa 17 m langen und 12-13 Tonnen schweren Stämme werden kurz über den Wurzeln gefällt und ohne maschinelle Hilfe mit rein menschlicher Kraft aus dem Wald transportiert. Dabei wird ein Lied gesungen: die Tannen des Bergs von Okoya steigen ins Tal hinab und werden zu Gottheiten. Etwa eintausend Menschen bringen einen Stamm ins Tal, teilweise werden die Stämme dabei von Felsklippen geworfen oder müssen über Flüsse transportiert werden, teilweise sitzen Menschen währenddessen auf den Stämmen - es ist ein extrem gefährliches aber auch sehr aufregendes Fest, das als einer der Usprünge shintoistischer Feste gesehen wird.

 
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  Nagasaki Okunchi  
     
 

Im Nordwesten der Insel Kyushu gibt es viele Feste, die Okunchi heißen, jedoch sind die Okunchi in Nagasaki oder Karatsu am berühmtesten und außerordentlich exotisch. Für das Herbstfest, das am neunten Tag im neunten Monat des Mondkalenders stattfindet, ist der Suwa-Schrein der Stadt Nagasaki am bekanntesten. Der Ursprung des Okunchi liegt im 3. Kan-ei -Jahr (1626), als der Yudate-Kagura, ein shintoistischer Wasser-Tanz, erstmals geweiht wurde. Städte, in denen Tanz-Weihungen stattfinden, nennt man Odori-Machi (Tanz-Städte). Diese Städte zeichnen sich durch besonders ausgefallen kreative Symboldesigns in ihren Stadtwappen aus, als Elementbeispiele seien Schirmspieße, Drachentänze, Walfontänen genannt.

 
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  Otorisama (Tokyo)  
     
 

Otorisama, auch Tori no Ichi (Hahnenmarkt) genannt, wird jährlich am Tag des Hahns im November am Washi-Schrein (Schrein des Adlers) im Tokyoter Taito-Bezirk gefeiert. Das Otorisama des Washi -Schreins ist am bekanntesten, aber auch an zahlreichen anderen Schreinen in Tokyo wird ein ähnliches Fest gefeiert. Zahlreiche Geschäfte, die Bambusrechen und andere Glücksbringer verkaufen, reihen sich am Sando, der Aufgangsstraße zum Schrein, aneinander. Den ersten Tag des Hahns im November nennt man Ichi no Tori ("erster Hahn"), die nächsten dann entsprechend Ni no Tori ("zweiter Hahn") bzw. San no Tori ("dritter Hahn").

Etwas ungewöhnlich erscheinen die Bambusrechen, die eine Schicksalswendung zum Guten bewirken sollen. Diese Tradition, am Tag des Hahns im November Bambusrechen zu verkaufen, geht auf die Edo-Periode (1603-1868) zurück. Damals war der Schrein noch umgeben von Reisfeldern und Bauernhöfen. Im Herbst wurde am Washi-Schrein das Fest der Reisernte gefeiert. Ursprünglich aus eher praktischen Gründen, wurde verschiedenes landwirtschaftliches Gerät verkauft, unter anderem auch jene Bambusrechen, die in der damaligen Zeit sehr häufigen Gebrauch fanden. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts schrieben äußerst geschäftstüchtige Kaufleute aus Tokyo dem Bambusrechen, der am Tag des Hahns verkauft wird, besondere Eigenschaften zu. Der Rechen, der Geld und Glück zusammen fegt, soll das Schicksal des Käufers zum Guten wenden. Auf diese Weise erzielten die klugen Geschäftsmänner einen enormen Aufschwung ihres Gewerbes.

Einen weiteren interessanten Hintergrund hat der Name dieses Festes - Otorisama. In ihm vereinigen sich mehrere verschiedene religiöse Symbole. Der Adler des Washi-Schreins wird auch O-tori geschrieben (großer Vogel). Adlerfedern, für Pfeile verwendet, gelten als Glücksbringer im Gebet für Kriegsglück. Der Hahn wiederum, einerseits das zehnte Tier aus dem chinesischen Tierkreis, gilt andererseits auch als Götterbote. So vermischte sich der O-tori (der Adler des Washi-Schreins), mit den zwei Bedeutungen des Tori (dem Hahn) und der Tori no Ichi (Hahnenmarkt) entstand. Bis heute werden Bambusrechen und andere Glücksbringer, wie z. B. das Okame (eine Mondgesicht-Maske), das Takara-bune (das Schatzschiff) auf dem die sieben Glücksgötter (Shichi Fukujin) fahren, das Senryo-bako (eine Zypressenholz-Kiste für eintausend Goldmünzen), das Kome-dawara (ein Reissack), Oban Koban (große und kleine Geldmünzen) auf dem Hahnenmarkt verkauft. Nach alter Tradition soll man einen noch größeren Bambusrechen als im vergangenen Jahr erwerben, um noch mehr Glück für das neue Jahr zusammen fegen zu können...
 
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  Owara Kaze no Bon (Toyama)  
     
 

Das Obon-Fest vom 13.-16. August, zu Ehren der Geister der verstorbenen Ahnen, besteht in Japan bereits seit mehr als 500 Jahren und ist traditionsgemäß mit einem Tanz-Festival verbunden. Obon ist eine verkürzte Form des Sanskrit-Wortes "Urabonne/Urabanna" ("kopfüber in der Hölle hängen und leiden"). Die mit dem Obon-Fest verbundenen Tänze werden auf die Geschichte eines Jüngers Buddhas zurückgeführt. Der Jünger Mokuren, der in einer Vision seine verstorbene Mutter im "Königreich der hungrigen Geister" sah, ging zu Buddha und fragte, wie er seine Mutter aus diesem Geisterreich befreien könne. Buddha antwortete, er solle ein großes Fest für die letzten sieben Generationen der Verstorbenen ausrichten. So erreichte der Jünger die Befreiung seiner Mutter und tanzte vor Freude, glücklich wegen der Freigabe seiner Mutter und dankbar für ihre Selbstlosigkeit und die vielen Opfer, die sie zu Lebzeiten für ihn gebracht hatte. Dieser Freudentanz (Bon-Odori - Bon-Tanz) erinnert am Obon-Fest an die Vorfahren und ihre Opfer.

In Toyama wird das Obon-Fest Owara Kaze no Bon , Wind-Obon , genannt. Das ist ein zwar eleganter aber etwas merkwürdiger Name. Ursprünglich handelte es sich um ein Fest, das den 210-tägigen Wind in der Gegend besänftigen sollte. Um Sturmkatastrophen abzuwehren wurde das etwas wehmütige Owara -Lied gesungen. Auch heute noch sind die Menschen für das religiöse Fest traditionell gekleidet. Die Männer tragen einheitliche Happi (japanische Arbeitsjacken), Momohiki (japanische lange Unterhosen) und Suga-kasa (japanische Strohhüte), während die Frauen in einheitlichen Yukata (japanische Sommerkimonos aus Baumwolle) mit Hen-kasa (japanische geflochtene Binsenkorbhüte) oder mit einem speziellen Kopftuch bekleidet sind. Das Owara-Lied wird begleitet von Tänzen und Instrumenten wie Shamisen (dreisaitige japanische Spießlaute), Kokyu (chinesische Fiedel), Taiko (Trommel) und Shakuhachi (japanische Längsflöte aus Bambus mit fünf Löchern). Die Tänze von Männern und Frauen unterscheiden sich durch die Führung der Hände. Während die Männer eine sehr direkte Linienführung ausüben, führen die Frauen eher weiche Bewegungen aus.

In der ersten Phase vom 20.-30. August wird ab 8 Uhr abends im Stadtinneren traditionell getanzt. Anschließend, vom 1.-3. September, in der Zeit des Hauptfestes, beginnen die Tänze schon nachmittags um 3 Uhr, am dritten Tag wird neben Straßen und Plätzen der Innenstadt auch in Festhallen und auf Freilichtbühnen getanzt.

 
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  Nagasaki Pe-ron  
     
  Drachenbootrennen stammen ursprünglich aus dem alten China. In Japan gibt es zwei besonders bekannte Wettfahrten von solchen Drachenbooten, einmal das Okinawa Ha-ri- und dann das Nagasaki Pe-ron. Bei beiden ist die Ausführung der Drachenboote ganz besonders chinesisch geprägt. Die Boote, in der schmalen, länglichen Form eines japanischen Holzschiffes, wetteifern in Nagasaki mit 300-jähriger Tradition um Geschwindigkeit. Man spricht dem Nagasaki Pe-ron sogar die Eigenschaft zu, den Sommer erst richtig sommerlich zu machen. Die Boote wurden den Schiffen auf dem Dongting Hu (einer der größten Süßwasserseen Chinas, im Norden der Provinz Hunan ) aus der Zeit der kämpfenden Reiche nachempfunden. Ursprünglich fand das Fest am fünften Tag im fünften Monat des Mondkalenders statt, in den letzten Jahren haben sich jedoch die Monate Juli und August, insbesondere der erste Sonntag im Juli als Festtag etabliert. Stellvertretend für die verschiedenen Regionen Japans nehmen hauptsächlich Universitätsmannschaften an dem Rennen teil. In den Booten mit einer Länge von 13,6 Metern sind 30 Personen untergebracht. Neben den Ruderern fungieren davon jeweils eine Person als Rhythmusgeber an Trommel und Gong (Taiko und Dora), als Steuermann (Kajitori), als Kommandoführer und eine Person als Akatori, die kontinuierlich das hineingespritzte Wasser aus dem Rumpf des Bootes heraus schöpfen muß.  
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  Sapporo Yuki Matsuri  
     
 

Das erste Sapporo Yuki Matsuri (Sapporo Schnee Fest) fand im 25. Showa -Jahr (1951) statt. Es hatte sich aus den in Nordjapan recht umfangreichen Schneeräumungsarbeiten entwickelt. Jahr für Jahr stieg die Zahl der Schaulustigen, so daß sich das Yuki Matsuri mittlerweile zu einem riesigen Festival entwickelt hat. Am beliebtesten und auch bekanntesten sind die gigantischen Skulpturen aus Schnee, die im O-dori-Park zu sehen sind. Jährlich werden etwa 170 Skulpturen, Figuren aus Göttermythologien, Sagen, Märchen oder beliebten Animés, bis hin zu Parlamentsgebäuden oder bekannte europäische Architektur nachempfunden und aus Schnee angefertigt. In den letzten Jahren entwickelte sich außerdem eine ausgeklügelte Beleuchtungstechnik, so daß die Skulpturen auch im Dunkeln im bunten Lichterschein ihren ganz eigenen Reiz entwickelten. Auch originelle Eisskulpturen haben mittlerweile ihren Platz gefunden. Im Rahmen des Schnee Festivals finden ebenfalls zahlreiche lokale Events, wie Schlager- oder Varieté-Shows, Militärmusikvorführungen, die Hokkaido Hunde-Messe und viele verschiedene andere Aktionen statt, die insgesamt über 1.6 Mio. Besucher anziehen.

 
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  Niihama no Taiko Matsuri  
     
 

Das Niihama Taiko Matsuri ist eines der drei großen Feste auf der Insel Shikoku mit 350 000 Besuchern jährlich. Es ist ein außerodentlich wildes und dynamisches Fest, bei dem sog. Taikodai , eine Art sänftenartige Festwagen mit einer riesigen Trommel (O-Daiko), jeweils mit einem Gewicht von 2.5 Tonnen, von 150 Menschen getragen und umher gewirbelt werden. Über 30 Taikodai nehmen an dem Festival teil, das vom 16. bis 18. Oktober stattfindet. Im Inneren der Taikodai schlagen zwei bis vier Personen die O-daiko (Riesentrommel). An den vier Säulen der Taikodai sind große, aufwendige Verzierungen angebracht, mit Drachen und Tigern prachtvoll bestickte Stoffe umhüllen Teile der mit goldenen und silbernen Seilen befestigten Trommel. Taikodai finden ihre erste Erwähnung bereits im 9. Bunsei Jahr (1826) als "Mikoshi Taiko" ("Sänftenschrein-Trommel"). Erst später etabliert sich die Bezeichnung Taikodai, was soviel bedeutet wie "Trommel-Podest". Am Ufer der Japanischen Inlandsee (Setonaikai) gibt es zwar zahlreiche solcher Taikodai. An Pracht, Größe und Herrlichkeit bleiben die Taikodai von Niihama jedoch unübertroffen. Innerhalb der Stadt Niihama gibt es 16 Schreine, die an sich jeweils ein eigenes Taiko Fest veranstalten, in den letzten Jahren hat sich jedoch nach und nach eine gemeinsame Organisation aller Feste etabliert.

 
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  Takayama Matsuri  
     
 

Das Takayama Matsuri zeichnet sich durch besonders prächtige Festwagen und deren Verzierung mit ausgefeilten mechanischen Puppen aus. Es gibt dabei zwei Feste, das eine im Herbst und das andere im Frühling, wobei das Herbstfest Hachiman Matsuri, das Frühlingsfest Sanno Matsuri genannt wird. Im Frühling werden vermehrt Puppen einer Drachengottheit, Ryujindai, verwendet, im Herbst kann man dagegen vorwiegend die Karako, Puppen in traditioneller, chinesischer Kleidung, oder Hotei , einen der sieben Glücksgötter als Zen-Mönch mit fettem Bauch dargestellt, betrachten. Beide Feste entstanden in der Edo Periode (1603-1867). Die Festwagen finden erste Erwähnung im 3. Kyoho Jahr (1718). Bei jeder Reparatur wurden die Festwagen durch hervorragende Schnitzereien und ausgezeichnete mechanische Puppen von den Handwerksmeistern von Hida (heutige Präfektur Gifu) großzügig weiter verziert. Am 15. Oktober beginnt das Hauptfest vormittags um 10 Uhr. Man kann die mechanischen Puppen, Hahnenkämpfe, Musik, das Wettspiel der Shishimai (Löwenmasken) am Otabijo, dem Rastplatz für Mikoshi (tragbare sänftenartige Schreine) betrachten. Später bewegen sich die Mikoshi und Festwagen in einer langen Prozession in Richtung Stadt bis hin zum Yugata Schrein. Beim Sanno Matsuri ist der beste Besichtigungspunkt der Platz vor dem Schrein, dort herrscht ausgelassene Stimmung unter den vielen Besuchern des Festes.

 
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  Tanabata Matsuri (Sendai)  
     
 

(wörtlich: siebenter Abend) Am 7. Juli wird in Japan das Fest Tanabata gefeiert. Anlaß des Festes ist das Zusammentreffen zweier Sterne am Himmel, Wega (aus dem Sternbild Leier) und Altair (aus dem Sternbild Adler), die während des gesamten restlichen Jahres durch die Milchstraße voneinander getrennt sind. Nach einer alten chinesischen Überlieferung stellen die beiden Sterne ein Liebespaar dar: Orihime und Hikoboshi. Orihime, die Tochter des Himmelsgottes, war eine fleißige Weberin. Um ihr Abwechslung von der Arbeit zu geben, wurde sie von ihrem Vater mit dem Rinderhirten Hikoboshi verheiratet. Die beiden waren jedoch so verliebt, daß sie darüber ihre Arbeit vergaßen - die Rinder wurden krank und der Himmelsgott bekam keine neuen Kleider mehr. Darüber war er so erbost, daß er Hikoboshi auf die andere Seite der Milchstaße verbannte. Weil die beiden aber nun vor Kummer immer noch nicht arbeiten konnten, dürfen sie sich einmal im Jahr treffen - an Tanabata. Am Abend vor dem 7. Juli werden Bambusstämme aufgestellt, an die Papierstreifen mit Wünschen gehängt werden in der Hoffnung, daß sich diese erfüllen. Sendai, die Hauptstadt der japanischen Präfektur Miyagi, ist besonders bekannt für ihr farbenfrohes Tanabata-Fest.

 
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  Tôrô Matsuri (Kumamoto)  
     
 

Das Tourou Odori (der Laternen Tanz) wird zum Obon Fest oder zu anderen religiösen Zeremonien getanzt. Dabei werden viereckige Papierlaternen, von innen durch eine kleine Flamme erleuchtet, außen mit hübschen Mustern und Paperschnitten verziert, während des Tanzes über dem Kopf getragen. An der unteren Kante der Laternen ist ein Tuch angebracht, das dem Tänzer erlaubt, sein Gesicht dahinter zu verbergen. Es nehmen bis zu eintausend Menschen an diesen äußerst anmutigen und eleganten Tänzen teil. Die Anfänge werden auf das Heer des 12. japanischen Kaisers, Keiko, zurückgeführt, das von Kameraden im dichten Nebel mit Feuerfackeln empfangen und abgeholt worden sein soll. Erst viel später, in der O-ei Periode (1394-1428), wurde dann das Fackelfeuer mit Papierwerk ummantelt und bis heute immer weiter verziert. Mittlerweile tragen die Papierlaternen sehr aufwendige und ausgefeilte Verzierungen. Am 15. August findet zunächst das Vorabendfest im Inneren der Stadt statt. Dort sind u.a. Laternen-Puppen oder Frühlingslaternen ausgestellt, die dann in der Dämmerung angezündet und erleuchtet werden. Am 16., abends ab 8 Uhr, schreitet dann eine Fackel- und Laternenprozession vom Kikuchi Fluß bis hin zum O-miya Schrein (O-miya Jinja). Genau um Mitternacht werden die geschmückten Laternen von jungen Männern geschultert und in den O-miya Schrein hinein getragen. Diese Zeremonie wird Nobori Tourou (aufsteigende Laternen) genannt. Anschließend beginnt der Laternen Tanz mit bis zu eintausend Teilnehmern von 9 bis etwa 10 Uhr. Am 17. schließlich, gegen 4 Uhr am Nachmittag, kehren die Laternen in der Kudari Tourou Zeremonie (absteigende Laternen) wieder getragen von jungen Männern zurück.

 
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  Souma No Uma Oi (Fukushima)  
     
 

Die Ursprünge der Wildpferdejagd (No Uma Oi) der Stadt Souma gehen zurück auf die militärischen Trainingsmethoden der Vorfahren des Souma Geschlechts unter Tairano Machikado in Shimousa (heutige Präfektur Chiba und Ibaraki). Damals wurden Wildpferde freigelassen und mußten von den Kriegern im Training wieder eingefangen werden. Das heutige Fest zeichnet sich insbesondere durch die stimmungsvolle Atmosphäre aus, die durch das Wiehern der Pferde, Krieger, die in traditionellen Rüstungen umher laufen und das Flattern der Kriegsfahnen, die am Rücken ihrer Rüstungen befestigt sind, verbreitet wird. Die Szenerie stellt sich wie auf einer historischen Bildrolle aus der Zeit der kämpfenden Reiche dar. Das Fest wird vom 23. bis 25. Juli gefeiert, wobei der Wettkampf um die shintoistischen "göttlichen Flaggen" am 24. Juli in Haramachi und Hibarigahara den Höhepunkt bildet. Am 23. Juli finden zunächst allerorts verschiedene Veranstaltungen statt, die wichtigsten Ereignisse beginnen nachmittags ab 2 Uhr mit dem sog. "Abendreiten" (dem Yoinori- Pferderennen) in Hibarigahara und abends ab 7 Uhr im Inneren der Stadt Haramachi mit dem Souma Bon Odori (Bon Tanz). Am 24. Juli marschieren die Krieger vom Sammelpunkt am nördlichen Ende der Haramachi Ogawa-Brücke vormittags um 9.30 Uhr los und erreichen das etwa 4 km weiter entfernt gelegene Hibarigahara vormittags gegen 11 Uhr. Zunächst wird nun ein kleines "Aufstiegs-Fest" gefeiert, bei dem drei Mikoshi (tragbare, sänftenartige Schreine) auf den Honjin Hügel hinauf getragen werden. Mittags beginnt dann das eigentliche Hauptfest mit traditionellen Waffen, Rüstungen und verschiedenen Pferderennen. Berittene Krieger, die Samurai, umrunden dabei eine Rennbahn mit einem Umfang von etwa 1 km. Sie tragen die Farben und Wappen ihrer Familien und verschiedene Flaggen, die am Rücken ihrer Rüstungen befestigt sind. Staubwolken werden von den Pferden aufgewirbelt und die Flaggen der Samurai flattern im Wind - es ist ein prächtiges Schauspiel. Nachmittags gegen 1 Uhr beginnt der Wettstreit um die shintoistischen "göttlichen Flaggen". Drei dieser göttlichen Flaggen, die jeweils den Namen eines Schreines tragen, in den Farben Rot, Gelb und Blau werden dabei hoch in die Lüfte geschossen. Die langsam wieder herunter flatternden Flaggen müssen nun von den berittenen Kriegern aufgefangen werden. Es beginnt ein heißer Wettkampf um die Flaggen. Die bei diesem Wettreiten zur Schau gestellten Reitkünste sind dabei nicht zu verachten. Am letzten Tag, dem 25. Juli, findet schließlich nach den alten Riten die traditionelle Wildpferdejagd statt.

 
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  Hakata Gion Yama-kasa (Fukuoka)  
     
  In der Stadt Fukuoka findet eines der berühmtesten Sommerfeste Japans statt, das Hakata Gion Yamakasa. Das Highlight des Festes ist ein Umzug, bei dem riesengroße, 750 kg schwere, sänftenartige Festwagen auf den Schultern von 28 muskulösen, mit Lederschurz bekleideten Männern im Rhythmus von Trommelnschlägen (O-Daiko) getragen werden. Einer dieser sagenhaften bunt dekorierten Wagen ist permanent in einem Teeladen an der Kami Kawabata Dori (Kami Kawabata Straße) ausgestellt, einer überdachten Arkade, die früher einmal die Haupteinkaufsstraße der Stadt war. Ein anderer ist am Kushida Jinja (Kushida Schrein) am Ende derselben Arkade zu bewundern. Das Fest beginnt am 10. Juli mit dem Nagare Kasa. Am 13. Juli folgt dann das Tsuiyama Narashi und schließlich am 15. Juli das Tsuiyama Kasa.  
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